Neuanfang bei NDR 2 und N-JOY: Neue Leitung, frische Impulse – Wechsel in Tokio und Peking

Hamburg – Ab August 2026 übernimmt Melanie Lidsba das Zepter des zusammengelegten Programmbereichs NDR 2 und N-JOY. Das hat der Verwaltungsrat des NDR am heutigen Tag bestätigt, nachdem ein entsprechender Vorschlag vom Intendanten, Hendrik Lünenborg, eingereicht wurde. Mit dieser Entscheidung öffnet sich der Sender weiter für mehr Agilität und Anpassungsfähigkeit in den kommenden Jahren.

heute 17:47 Uhr | 2 mal gelesen

Ilka Steinhausen, ihres Zeichens Programmdirektorin beim NDR, bringt es ziemlich auf den Punkt: Mit Melanie Lidsba kommt nicht nur eine leidenschaftliche Radiomacherin an die Spitze, sondern auch eine Managerin, die sich konsequent zwischen den Mediengattungen bewegt hat. "Sie liebt den Norden, versteht den Draht zu den Hörerinnen und Hörern und hat N-JOY zu einer crossmedialen Hausnummer ausgebaut." Klingt nach großen Fußstapfen, denn sie beerbt keinen geringeren als Torsten Engel – einen der prägenden Köpfe im deutschen Popradio. Fast ein wenig andächtig fällt der Dank für sein Wirken über Jahrzehnte aus. Melanie Lidsba, die seit 2020 bereits bei N-JOY den Ton angibt, nimmt damit den Staffelstab bei NDR 2 auf. Ihr Weg führte sie von Hitradio RTL Sachsen über diverse Stationen als Redakteurin und Chefin vom Dienst schließlich zur Leitung. Gespickt mit Studienabschlüssen – Düsseldorf (Kultur- und Medienwissenschaften), Berlin (Kulturjournalismus) – und obendrein einem MBA in BWL, verbindet Lidsba Kreativität mit kaufmännischem Gespür. NDR 2 kann seine beeindruckende Reichweite vorweisen: Über zwei Millionen Menschen schalten täglich im Sendegebiet ein. Darüber hinaus sind Formate wie "Die Paartherapie" oder "Die Kur-Oase" und verschiedenen Social-Media-Kanäle entstanden – von Events mal ganz abgesehen. Und N-JOY? Der jüngere Ableger erreicht deutschlandweit immerhin rund eine Million Menschen allein via Radio, bietet ebenfalls Podcasts, Social Content und Veranstaltungen. Doch nicht nur im Norden werden Führungsetagen umgestellt. In den ARD-Büros fernab Deutschlands gibt es ebenfalls Wechsel. Nachfolgerin von Ulrich Mendgen wird ab Januar 2027 Katharina von Tschurtschenthaler im ARD-Studio Tokio – sie bringt internationale Ausbildung und crossmediale Erfahrung mit. Für Peking zählt künftig Christoph Kober zu den wichtigsten Stimmen aus Fernost; sein Werdegang reicht von der Deutschen Welle bis hin zum rbb24 Inforadio. Wer noch ein Bild zu den neuen Gesichtern sucht, wird auf www.ard-foto.de fündig. Ansprechpartner für die Presse: das Team der NDR-Unternehmenskommunikation. Ach ja, falls noch Fragen offen sind: presse@ndr.de.

Die Zusammenlegung der Redaktionsleitungen von NDR 2 und N-JOY unter Melanie Lidsba ist Teil einer strategischen Neuausrichtung beim NDR, mit dem Ziel, schneller auf Veränderungen in der zunehmend digitalen Radiolandschaft reagieren zu können. Lidsba gilt als treibende Kraft für crossmedialen Content und die Entwicklung junger Radioformate, wie Branchenbeobachter betonen – gerade im Hinblick auf die Abwanderung jüngerer Zielgruppen zu Streamingdiensten und sozialen Medien ist das ein entscheidender Schritt. Darüber hinaus spiegelt der Wechsel in Tokio und Peking eine generelle Tendenz wider: Öffentlich-rechtliche Medienhäuser investieren zunehmend in die internationale Berichterstattung und bauen auf erfahrene Journalistinnen und Journalisten für komplexe Auslandsberichterstattung. Laut Berichten auf aktuellen Nachrichtenseiten werden diese Änderungen allgemein positiv bewertet, allerdings äußern einige Stimmen aus der Medienbranche auch Zweifel, ob strukturelle Fusionen tatsächlich die gewünschte Flexibilität bringen. Frische Impulse, aber auch ungewohnte Herausforderungen – so lässt sich die Dynamik im NDR derzeit wohl am besten zusammenfassen.

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