OMV fürchtet Versorgungsengpässe: Europas Energie am Scheideweg

Angesichts der Iran-Krise schlägt der Vorstandschef des österreichischen Energieriesen OMV Alarm: Die europäische Energieversorgung steht auf wackeligen Beinen. Alfred Stern mahnt zu mehr Weitblick, weniger Abhängigkeit und ehrlichem Blick auf Kosten der Versorgungssicherheit.

heute 18:00 Uhr | 2 mal gelesen

Die Welt bleibt unruhig – gerade, wenn es ums Gas, Öl und Kerosin geht. Ehrlich gesagt – so Alfred Stern von OMV – kann er für 2024 keine hundertprozentige Versorgungsgarantie aussprechen. Viel zu unberechenbar sei derzeit die Lage, zu viele geopolitische Stolpersteine, nicht zuletzt der eskalierende Konflikt rund um den Iran. Wie schnell unsere europäischen Illusionen von Selbstverständlichkeit zerbröseln können, hätten wir über Jahrzehnte schlichtweg verdrängt: Sicherheit hat eben ihren Preis, auch wenn das oft unbequem klingt. Stern empfiehlt, dass Energieunternehmen sich nicht auf alte Gewohnheiten ausruhen – Flexibilität ist das Gebot der Stunde. Die OMV betreibt bekanntlich Pipelineverbindungen vom Standort Schwechat zum Flughafen Wien und von Burghausen zum Münchner Airport; bisher, so Stern, klappte die Versorgung. Dennoch – auch voller Terminkalender mit Fluggesellschaften wie Lufthansa oder anderen Partnern können nicht darüber hinwegtäuschen, dass ungemütliche Zeiten vor der Tür stehen könnten.

OMVs Vorstandschef warnt deutlich davor, auf Versorgungssicherheit zu wetten – zunehmende geopolitische Unsicherheiten, insbesondere durch den Iran-Konflikt, machen konkrete Prognosen zum Energiemarkt riskant. Besonders Europa müsse sich, so Alfred Stern, von der allzu bequemen Erwartung verabschieden, Energie sei immer und überall zu haben: Es braucht Investitionen und einen nüchternen Blick auf die Abhängigkeit von außerhalb der EU. In den vergangenen Tagen haben mehrere Medien nachgelegt – etwa berichtet die 'FAZ', dass sich Europas Abhängigkeit von Flüssiggaslieferungen aus den USA durch den Nahost-Konflikt noch verstärke, während die 'Süddeutsche Zeitung' politische Forderungen nach einem neuen EU-Energiepakt diskutiert; die 'Zeit' hebt zudem hervor, wie speziell der Flugverkehr vor neuen Unsicherheiten steht. Insgesamt herrscht in Fachkreisen Übereinstimmung, dass die nächsten Monate Entscheidungen und Anpassungen erfordern, die auch für Verbraucher unmittelbar spürbar sein könnten.

Schlagwort aus diesem Artikel