VW nimmt Batteriefabrik in Salzgitter in den Dauerbetrieb

Im niedersächsischen Salzgitter startet Volkswagen noch im September mit der kontinuierlichen Massenproduktion von Batteriezellen. Das Ziel: bis zum Jahresende mindestens eine Million Zellen fertigen und damit besonders für die neuen Elektro-Kleinwagen aus spanischen Werken sorgen. Die Fabrik markiert einen Meilenstein auf dem Weg zur eigenen Batterieproduktion und weg von der Abhängigkeit asiatischer Zulieferer.

heute 08:02 Uhr | 2 mal gelesen

Mit einer Mischung aus Stolz und einer Prise Nervosität beginnt Volkswagen in Salzgitter im September die Produktion von eigenen Batteriezellen auf industriellem Maßstab. Das Werk läuft dann, so der Plan, praktisch im Schichtbetrieb rund um die Uhr – was noch vor wenigen Jahren wie eine Zukunftsvision klang.

Millionenziel bis Winter

Bis Silvester sollen in der neuen Fabrik, so verlautet es aus Konzernkreisen, etwa eine Million Zellen das Werk verlassen. Das klingt nach sehr viel – aber gemessen am Weltmarkt ist das erst der Anfang. Nichtsdestotrotz: Die Zellen reichen immerhin für ungefähr 10.000 neue Stromer, ein erster Schritt in die Unabhängigkeit von ausländischen Batteriegiganten.

Interessanter Nebeneffekt: Die ersten Batterien gehen nach Spanien und landen in den neuen E-Kleinwagen, die VW dort künftig zusammenschraubt. Frank Blome, PowerCo-Chef, sagt ziemlich unumwunden: "Wir müssen liefern." Klingt schlicht, ist aber für das Projekt ziemlich zentral.

Kernstück der Batterieoffensive

2 Milliarden Euro hat dieses Werk geschluckt – eine Summe, bei der selbst ein Riese wie Volkswagen kurz die Stirn runzeln muss. Mit dem Bau der ersten eigenen großen Batteriezellen-Fabrik will sich VW weniger abhängig machen von Konzernen aus China oder Korea wie CATL oder BYD. Die Lieferketten versprechen so etwas mehr Kontrolle, was angesichts des aktuellen politischen Klimas fast schon überlebenswichtig ist.

Parallel werden in Spanien und Kanada weitere Batterieschmieden hochgezogen. Sie bilden gewissermaßen das Rückgrat für das kommende Elektroportfolio, das ja nicht gerade klein ausfallen soll.

Wer hat die Nase vorn?

Blome, der Batteriechef, strebt nach mehr als bloßer Aufholjagd. Eigentlich will Volkswagen an die Spitze: Nicht nur aufholen, sondern auch mal die Trends setzen. Rückstand aufholen reicht eben auf Dauer nicht – das sagte er beinahe schon trotzig. Spannend wird, ob es gelingt, nicht nur technisch, sondern auch preislich klüger als die Konkurrenz zu sein.

Salzgitter ist jedenfalls kein Strohfeuer. Für die Region bedeutet der Werkstart so etwas wie einen Neustart: Statt Motoren wie früher werden jetzt Herzstücke der E-Zukunft gefertigt. Zugegeben, es bleibt abzuwarten, wie schnell und reibungslos all das klappt. Aber: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Weichenstellung für die Zukunft

Die Zellfertigung ist nicht einfach nur ein Werk – sie ist der Versuch, alte Konzernmauern einzureißen und das Know-how dort aufzubauen, wo es bisher fehlte. Die geplante Million Zellen bis Dezember ist am Weltmarkt betrachtet zwar übersichtlich, doch für VW ein symbolträchtiger Schritt – und mit Blick auf geplante Werke in Europa und Nordamerika eine Art Probelauf einer neuen Ära.

Durch die Versorgung von spanischen Standorten mit deutschen Zellen schafft VW so etwas wie ein eigenes Netzwerk. Das kann in Zeiten von Lieferengpässen Gold wert sein. Der eigentliche Clou: Wer seine Batteriezellen selbst kontrolliert, kann vieles steuern – von Qualität über Preis bis hin zum Risikomanagement. Und, vielleicht nicht zu vergessen: Innovationen in Sachen Ladezeit oder Reichweite werden dann nicht mehr zwangsläufig in China entschieden.

Europäische Antwort auf den Weltmarkt

Technologisch an die Weltspitze zu wollen, klingt natürlich ambitioniert. Aber im Grunde ist genau das der Weg, um künftig nicht abgehängt zu werden. Für Salzgitter heißt das: Transformation von Alt zu Neu. Der Rest Europas dürfte genauer hinschauen, ob die neue Zellfabrik den Aufbruch tatsächlich trägt – oder doch nur ein erstes vorsichtiges Herantasten ist. Abzuwarten bleibt, wie viel Experimentierfreude VW sich langfristig leisten möchte.

Volkswagen wagt in Salzgitter einen mutigen Sprung: Mitte September beginnt dort die Dauerproduktion eigener Batteriezellen, mit der der Konzern die Kontrolle über eine der zentralen Komponenten seiner Elektroautos erlangen will. Das Ziel, bis zum Jahreswechsel die Marke von einer Million Zellen zu durchbrechen, signalisiert den Einstieg in die industrielle Eigenfertigung – und sendet ein deutliches Signal an asiatische Konkurrenten.

Interessant ist dabei vor allem die Entwicklung hin zu einer engmaschigeren Lieferkette, bei der VW spanische Werke gezielt mit Batterien aus deutscher Produktion versorgt. Der Umbau ist gleichzeitig ein klares Bekenntnis zum Technologiewandel und zur Transformation klassischer Industriestandorte.

Aktuelle Recherchen ergeben, dass zunehmend auch andere deutsche Hersteller – etwa BMW oder Mercedes – in hauseigene Zellfertigung investieren, um sich widerstandsfähiger gegen globale Schwankungen zu machen. Nach Medienberichten ist die Subventionierung durch Bund und Länder ein zentrales Element beim Aufbau des neuen Batterie-Ökosystems in Deutschland. Jüngste Artikel weisen außerdem darauf hin, dass die europäischen Werke auf Wunsch der EU-Kommission klimaneutral arbeiten und sozial-ökologische Standards in den Lieferketten beachten müssen.

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