Warum Ulrich Siegmund das Titelbild des SPIEGEL ziert – und was das auslöst

Der SPIEGEL erklärte jüngst, warum ausgerechnet AfD-Spitzenmann Ulrich Siegmund in Sachsen-Anhalt das aktuelle Cover prägt: nicht um Wahlkampf zu machen, sondern weil Relevanz zählt – so Chefredakteur Dirk Kurbjuweit in seiner Stellungnahme von Sonntag.

heute 11:49 Uhr | 2 mal gelesen

Manchmal denke ich ja, Journalisten glauben, sie könnten den Lauf der Welt lenken – tun sie laut SPIEGEL-Sicht aber nicht. Der Grundton – beinahe lakonisch: Wir zeigen, was gerade das Land umtreibt. Siegmund, der unscheinbar wirkende AfD-Frontrunner aus Sachsen-Anhalt, ist derzeit nun einmal mittendrin und sorgt für Diskussionsstoff. Kurbjuweit sagt, ein AfD-Mann auf Ministerpräsidentenposten hätte Folgen – nicht bloß regional, sondern bundesweit. Mit anderen Worten: Es ging nicht darum, jemandem nützlich oder schädlich zu sein, sondern um die ‚harten‘ Nachrichtenfakten. Interessant finde ich, dass der SPIEGEL seine Titel gern mit Leuten bestückt, die auch mal polarisieren oder gar verstören – Trump, Putin, Siegmund. Klar: Die Gleichsetzung wäre schräg, aber die Mechanik ist ähnlich. Überraschend? Vielleicht nicht, aber viele finden’s fragwürdig: Unter dem Titel ‚Der gefährlichste Mann Deutschlands‘ grinst Siegmund auf dem Cover; der Chefredakteur beschreibt ihn als freundlich – fast schon harmlos – und gleichzeitig brandgefährlich, weil er eben auch von rechten Netzwerken gestützt wird. Kurbjuweit spricht davon, dass Siegmunds Politik ein Brandanschlag auf die liberale Demokratie sei. Die Debatte läuft: AfD-Gegner echauffieren sich, Siegmund reagiert sarkastisch und postet ein Foto mit einer signierten SPIEGEL-Ausgabe. Nüchtern gesagt: Wenig ist so vorhersehbar wie mediale Empörung und Selbstinszenierung gleichermaßen. Und die Frage, wieviel Wirkung ein Magazincover am Ende tatsächlich hat, bleibt offen.

Der SPIEGEL steht aktuell im Zentrum einer hitzigen Kontroverse: Das Titelbild mit Ulrich Siegmund, dem Spitzenkandidaten der AfD in Sachsen-Anhalt, sorgt bundesweit für Debatten über Medienverantwortung, Relevanz und mögliche Wahlbeeinflussung. Chefredakteur Kurbjuweit begründet die Entscheidung mit der politischen Bedeutung Siegmunds – sollte dieser Ministerpräsident werden, hätte das nach SPIEGEL-Meinung weitreichende Konsequenzen für die gesamte Republik. Neuere Recherchen zeigen: Das Cover hat eine Welle von Kritik, aber auch gezielte (Selbst-)Inszenierung ausgelöst; Medien und Politik diskutieren verstärkt, ob Veröffentlichungen solcher Art rechte Akteure eher schwächen oder sogar unbeabsichtigt stärken. Zusätzliche Stimmen, etwa von Politikwissenschaftlern, warnen davor, bestimmten Akteuren durch solche Titelblätter noch mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Die öffentliche Resonanz verstärkt zudem die Debatte um die Rolle des Journalismus im Zeitalter politischer Polarisierung.

Schlagwort aus diesem Artikel