Wohnungsmarkt in deutschen Städten: Mietangebote brechen ein

Deutschlands Städte kämpfen weiter mit explodierenden Mieten und stockenden Preisen für Wohneigentum. Besonders auffällig: Das Angebot an Mietwohnungen in Großstädten ist seit 2022 drastisch geschrumpft.

20.07.26 11:09 Uhr | 5 mal gelesen

Mietpreise bleiben ein heißes Eisen auf dem deutschen Immobilienmarkt – und das spüren vor allem Wohnungssuchende. Laut dem aktuellen Wohnindex des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) sind die Mieten im zweiten Quartal 2026 im Schnitt um 4 Prozent gestiegen. Insbesondere Köln schoss mit einem Anstieg von fast 8 Prozent nach oben. Hamburg und Leipzig stehen mit etwa 5-6 Prozent Steigerung zwar dahinter, liegen aber ebenfalls über dem Inflationswert von 2,6 Prozent. Hinter den Zahlen verbergen sich echte Dramen, denn: Wer eine neue Bleibe sucht, merkt schnell, wie ausgedünnt das Angebot geworden ist. Vergleicht man die Zahl der Mietwohnungs-Inserate heute mit Anfang 2022, klafft bundesweit ein Defizit von knapp 12 Prozent. In manchen Metropolen wie Hamburg ist das Minus so gravierend, dass weniger als halb so viele Mietwohnungen angeboten werden wie zuvor. Auch in Frankfurt und Leipzig geht es steil bergab – mit Einbrüchen um die 40 Prozent. Ein wenig kurios fällt Berlin aus dem Raster: Hier gibt es jetzt 43 Prozent mehr Mietangebote als noch Anfang 2022. Allerdings relativiert sich das, wenn man bedenkt, dass der Mietendeckel jahrelang das Angebot massiv reduziert hatte. Als dieser fiel, schossen die Zahlen gewissermaßen künstlich nach oben – so eine Art Nachholeffekt. Spannend auch die Entwicklung auf dem Markt für Wohneigentum: Eigentumswohnungen und Häuser tauchen inzwischen fast doppelt so häufig in den Portalen auf wie noch vor zwei Jahren. Allerdings hat das weniger mit euphorischer Bauaktivität zu tun, sondern mit der Tatsache, dass sich immer weniger Menschen das eigene Zuhause leisten können – die hohe Zinslage bremst schlichtweg viele Kaufwillige aus. Die Folge: Immobilien bleiben länger im Netz, die Auswahl wächst, aber die Käufer fehlen. IW-Experte Pekka Sagner bringt es auf den Punkt: Nicht nur am Neubau hapert’s, auch das 'Durchmischen' des Bestandes bleibt aus. Menschen bleiben eher in ihren Wohnungen sitzen, Wechsel finden seltener statt. Und je strikter die Mietregeln, desto stärker dürfte sich dieser Trend noch verstärken – mit dem Ergebnis, dass Wohnungssuchende erst recht ins Leere greifen.

Die Mietpreise in deutschen Großstädten steigen weiterhin rasant, während Kaufpreise für Wohneigentum stagnieren. Besonders alarmierend ist der Rückgang an Mietwohnungs-Angeboten, vor allem in Metropolen wie Hamburg, Frankfurt und Leipzig, wo teils über 40 Prozent weniger Inserate verfügbar sind als noch Anfang 2022. Die Zahl der Kaufimmobilien-Angebote wächst – nicht wegen eines Baubooms, sondern weil Immobilien mangels zahlungskräftiger Käufer einfach länger auf dem Markt bleiben. Neuere Zahlen und Berichte, etwa aus dem Frühjahr und Sommer 2024, bestätigen diesen Trend: Parallel zur schleppenden Neubautätigkeit steigt der Druck auf dem Mietmarkt, getrieben von hoher Nachfrage, schlechter Umzugsmobilität und restriktiveren Mietgesetzen. Berlin bleibt ein Sonderfall – weniger aufgrund positiver Entwicklung, sondern als Folge politischer Eingriffe wie dem Mietendeckel, der den Markt stark verzerrt hat. Bundesweit fordern Experten mittlerweile mehr Neubau und eine Reform der Förderpolitik, um die Krise zu entschärfen.

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