Interessanterweise schielen manche dennoch über die Grenze: 23 Prozent könnten sich Frankreich als Cloud-Standort vorstellen (ob das am guten Essen liegt, sei dahingestellt), während immerhin 68 Prozent den Serverraum in einem anderen EU-Land akzeptabel finden. Aber wehe, der Anbieter kommt aus den USA oder gar China: Über die Hälfte der Betriebe winkt bei Amerika ab, in China lehnen es unglaubliche 94 Prozent kategorisch ab. Fast schon erstaunlich, wie kompromisslos unsere Unternehmen da sind.
Die Zahlen stammen übrigens von 603 telefonisch befragten Betrieben mit mindestens 20 Angestellten. Der Erhebungszeitraum lag zwischen KW 14 und KW 20 im Jahr 2026. Genaue Gründe für diese starke Standortpräferenz liefert die Umfrage zwar nicht, aber Datenschutz- und Spionageängste dürften wohl mitschwingen.
Die Vorliebe deutscher Unternehmen für Serverstandorte in Deutschland spiegelt ein hohes Bedürfnis nach Datenschutz, regulatorischer Kontrolle und Verlässlichkeit wider – wohl auch, weil das Vertrauen in außereuropäische Staaten wie die USA oder China eher niedrig ist. Die Stimmungslage lässt sich als Mischung aus Skepsis und Pragmatismus beschreiben: Während EU-Länder teilweise als akzeptabel gelten, wirken asiatische Standorte nahezu tabu. In neueren Medienberichten (Juni 2024) wird außerdem über verstärkte Investitionen in deutsche Rechenzentren berichtet, etwa wegen steigender Anforderungen an Datensicherheit, strengem EU-Recht sowie dem Ruf Deutschlands als digitaler Rückzugsort; zudem hat die anhaltende Debatte um künstliche Intelligenz und Unternehmensgeheimnisse dem Thema neuen Auftrieb verliehen.