Machen wir es doch kurz: ARD Plus erweitert diesen Juli sein Angebot um mehrere Filme, deren Namen man kennen sollte – oder wenigstens erleben möchte. 'The Whale' (ab 2. Juli) etwa, in dem Brendan Fraser so eindrucksvoll gegen den eigenen Körper und die Vergangenheit spielt, dass sein Oscar tatsächlich mal verdient scheint. Man kann skeptisch sein, was große Gefühle im US-Kino angeht, aber Aronofskys Film wirkt nach – nicht nur, weil es an der Oberfläche tragisch ist, sondern wegen der stillen, rohen Wucht hinter den Dialogen. Wer es eher rasant mag, hält sich an 'Julie – Eine Frau gibt nicht auf'. Ein Sozialdrama? Ja – aber auch ein Thriller, nah an der Realität französischer Gegenwartsprobleme. Die Heldin ringt mit einem System, das ihr eigentlich nicht helfen will. Oder darf es zwischendurch unkonventionell und fast schon schräg sein? Dann wartet 'Bei der Asche meiner Mutter' mit seinem skurrilen Bestattungsroadtrip. Kuriose Missgeschicke und lakonisches Understatement bündeln sich hier zu einem leisen Kinovergnügen, das selten in deutsche Streamingregale findet. Und schließlich, mit gewissem Herzschmerz und ironischen Zwischentönen: 'Take This Waltz' (ab 16. Juli), die kleine große Frage nach Treue, Sehnsucht und den schillernden Herausforderungen einer altvertrauten Ehe. Überhaupt: ARD Plus, das ist nicht nur Retro-Fernsehen, sondern bietet für 4,99 Euro pro Monat eine Filmauswahl abseits der glattgebügelten Mediathek-Algorithmen – abrufbar übers Web, per App, via TV und anderswo, falls die Sehnsucht außerhalb des Erfassten liegt. Praktisch: Auch bei Magenta TV, Prime Video, AppleTV und YouTube Primetime tritt der ARD-Plus-Kanal an. Wer um die Ecke denkt, entdeckt die alten und neuen ARD-Film- und Serienperlen dort wieder. Weitere Infos, recht nüchtern, aber immerhin: ardplus.de.
Im Juli setzt ARD Plus verstärkt auf Vielfalt: Neben US-Produktionen wird auch europäisches Kino prominent platziert – ein Spagat zwischen internationalen und heimischen Filmvorlieben, der das Nischenpublikum genauso wie die breite Masse ansprechen soll. Besonders bemerkenswert ist der Oscar für Brendan Fraser, der in 'The Whale' eine seltene Tiefe in eine Streamingerfahrung bringt. Innerhalb der letzten zwei Tage berichteten mehrere Medien von der wachsenden Konkurrenz im Streamingsektor, wobei ARD Plus durch ungewöhnliche und anspruchsvolle Filme gezielt gegen die Übermacht internationaler Anbieter wie Netflix punkten möchte. Ergänzt wird im Juli das Angebot u.a. um vielbeachtete Dokumentarfilme. Der Dienst dient als Archiv seit Jahrzehnten produzierter ARD-Inhalte und kombiniert das mit exklusiven Lizenzen, so etwa von internationalen Verleihern. Laut aktuellen Medienberichten ist das Angebot durch Echtzeit-Auswertung der Zuschauerzahlen und Feedback direkt anpassbar – das macht ARD Plus zu einer Art wandelbarer Film-Bibliothek, die auf Zuschauerbedürfnisse deutlich agiler reagiert als klassische TV-Programme.