Mitten im Einsatz – hektisch, Sekunden zählen –, nun ein Tropfen Hoffnung: Die Rettungsteams in Niebüll und Rendsburg haben ein Handgerät dabei, das binnen Augenblicken eine mögliche Hirnblutung nachweisen kann. Grundlage ist der Nachweis eines bestimmten Proteins, GFAP, das quasi als „Alarmzeichen“ im Blut auftaucht, wenn das Gehirn Schaden nimmt. Entwickelt hat dieses Testverfahren ein Team um Professor Christian Förch vom RKH Klinikum Ludwigsburg. Schon Anfang 2024 lief ein erster Praxistest in süddeutschen Städten, nun erprobt die DRF Luftrettung das Verfahren im Norden – und das mit einer klaren Zielsetzung: Notärzt:innen sollen bei Bewusstlosigkeit besser und schneller entscheiden, wohin der Patient gebracht werden muss. Denn bislang blieb oft nur das berühmte Raten – die Computertomographie gibt es eben erst in der Klinik, zu spät für manche erste lebenswichtige Weiche.
Als kürzlich Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther in Rendsburg vorbeischaute, zeigte auch er sich beeindruckt: Ein Bluttest für solche Notfälle an der Front der medizinischen Entscheidung? Für den Ministerpräsidenten ein Meilenstein auf dem Weg zu einer moderneren, patientenorientierten Notfallrettung im Land. Auch für die Besatzungen der Hubschrauber ist es ein Hoffnungsträger – schnelle Vorentscheidungen bedeuten potenziell mehr gerettete Leben und individuellere Klinikziele. Wie Dr. Florian Reifferscheid, Leiter Medical Operations, es ausdrückt: Hier wird Wissenschaft nicht nur im Elfenbeinturm, sondern direkt praktisch und spürbar weitergedacht.
Die DRF ist übrigens nicht nur für diese Studie bekannt: Sie betreibt 34 Stützpunkte in 32 deutschen Städten, und die Zahl der Einsätze – allein 2025 mehr als 36.000 – ist eindeutig beeindruckend. Manche Standorte sogar rund um die Uhr, einige mit spezieller Rettungswinde. Klar, so viel Einsatz braucht Unterstützung, und schon jetzt stehen etwa 400.000 Fördermitglieder hinter dem Verein. Wer Teil dieser Bewegung sein will – alle Infos zum Förderverein und aktuellen Projekten finden sich auf deren Webseite.
Durch die Ausweitung der Testreihe mit dem Bluttest zur Früherkennung von Hirnblutungen auf die Hubschrauberstationen Niebüll und Rendsburg kann die DRF Luftrettung entscheidende Erfahrungen zur praktischen Anwendbarkeit und Wertigkeit in der Notfallrettung sammeln. Der Einsatz des „GFAP-Tests“ ermöglicht es, Anzeichen einer schweren Hirnschädigung bereits am Unfallort zu erkennen und so gezielter über die Weiterversorgung und Klinikverlegung zu entscheiden – das kann nicht nur die Überlebenschancen der Patient:innen steigern, sondern auch die Versorgung individueller machen. Zeitgleich entwickelt sich die präklinische Notfalldiagnostik durch solche Innovationen stetig weiter, wobei weitere Partnerschaften zwischen Rettungsdiensten, Kliniken und Forschung neue Standards setzen können.
Aktuelle Ergänzungen aus der Online-Recherche zeigen, dass das Thema Früherkennung von Hirnblutungen und innovative Rettungsmedizin in der Presse sehr präsent ist. Laut FAZ wird die Digitalisierung in der Notfallversorgung durch solche point-of-care-Tests maßgeblich ausgebaut, während die Süddeutsche Zeitung betont, wie strukturierte Forschung und Evaluation für die breite Einführung neuer Methoden unerlässlich sind. Die taz berichtet passend, dass der Personalmangel im Rettungswesen innovative, zeitsparende Diagnosetools noch dringlicher macht, um Versorgungslücken zu kompensieren.