Pistorius will Bundeswehr-Beschaffung grundlegend umkrempeln

Neues Konzept für das Bundesamt für Ausrüstung: Das Verteidigungsministerium schärft die Pläne für eine schlankere, innovativere Beschaffung. Konkret steht nicht nur eine Strukturreform, sondern auch der Aufbau von Innovationszentren und neuen Standorten im Raum.

heute 13:43 Uhr | 2 mal gelesen

Das Bundesamt für Ausrüstung der Bundeswehr soll laut Pistorius künftig schneller und schlagkräftiger arbeiten – das jedenfalls ist der Anspruch. Mit einer neuen Filiale in Brüssel will man näher an den Entscheidungswegen von EU und Nato dran sein. Parallel sollen Leipzig und Bremen regional gestärkt werden, wobei Dresden deutlich ausgebaut wird – ein Schachzug, der regionale und politische Signale setzt. Ein wichtiger Punkt ist vor allem die Verschlankung der Prozesse: Weniger Papierkrieg, mehr Flexibilität, und idealerweise auch ein Hauch von Start-up-Mentalität, gewünscht zumindest. Energie fließt zudem in den Aufbau neuer Innovationszentren, beispielsweise an der Küste in Kiel: Hier sollen frische Ideen mit der Industrie und anderen Partnern in neue Projekte übersetzt werden. Interessant am Rande – das Innovationszentrum in Erding wird personell ausgebaut, vielleicht ein Zeichen, dass die Verteidigungsindustrie – auch jenseits reiner Beschaffung – als Zukunftsfeld erkannt wird. Ob das alles so klappt, wie es jetzt auf dem Papier steht? Skepsis bleibt, denn Reformen dieser Art wurden schon öfter ambitioniert angekündigt. Trotzdem, ein Signal ist es allemal.

Die Neugestaltung der Beschaffungsprozesse der Bundeswehr durch das Verteidigungsministerium soll vor allem Agilität und kürzere Entscheidungswege bringen. Kernpunkte der Reform sind ein flexibler gebautes Bundesamt, engere Kooperation mit EU und Nato durch eine Brüssel-Dependance, sowie die Einrichtung und der Ausbau regionaler Hubs und Innovationszentren in Kiel und Erding. Besonders im Lichte des aktuellen Sicherheitsumfelds und der kritisierten Langsamkeit bei Rüstungsbeschaffung will die Bundesregierung damit die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr substantiell erhöhen. Aktuelle Berichte aus anderen Leitmedien heben hervor, dass der politische Druck auf schnellere Lieferungen und effizientere Verfahren zuletzt extrem gestiegen ist – auch durch die Forderungen von Verbündeten im Rahmen der Zeitenwende. Kritische Stimmen wenden allerdings ein, dass vor allem der Kulturwandel in solchen Behörden bisher viel Zeit braucht und viele Pläne an der klassischen Bürokratieprallwand zunächst zerschellen. Externe Fachkreise loben die Signalwirkung und das Tempo, mit dem Pistorius den Apparat zumindest konzeptionell auf Trab zu bringen versucht. Technikaffine Neuerungen und regionale Cluster werden dabei mit Spannung beobachtet, stehen aber noch am Anfang ihrer Entwicklung.

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