Die Neugestaltung der Beschaffungsprozesse der Bundeswehr durch das Verteidigungsministerium soll vor allem Agilität und kürzere Entscheidungswege bringen. Kernpunkte der Reform sind ein flexibler gebautes Bundesamt, engere Kooperation mit EU und Nato durch eine Brüssel-Dependance, sowie die Einrichtung und der Ausbau regionaler Hubs und Innovationszentren in Kiel und Erding. Besonders im Lichte des aktuellen Sicherheitsumfelds und der kritisierten Langsamkeit bei Rüstungsbeschaffung will die Bundesregierung damit die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr substantiell erhöhen. Aktuelle Berichte aus anderen Leitmedien heben hervor, dass der politische Druck auf schnellere Lieferungen und effizientere Verfahren zuletzt extrem gestiegen ist – auch durch die Forderungen von Verbündeten im Rahmen der Zeitenwende. Kritische Stimmen wenden allerdings ein, dass vor allem der Kulturwandel in solchen Behörden bisher viel Zeit braucht und viele Pläne an der klassischen Bürokratieprallwand zunächst zerschellen. Externe Fachkreise loben die Signalwirkung und das Tempo, mit dem Pistorius den Apparat zumindest konzeptionell auf Trab zu bringen versucht. Technikaffine Neuerungen und regionale Cluster werden dabei mit Spannung beobachtet, stehen aber noch am Anfang ihrer Entwicklung.