Charlotte Knobloch hat im Gespräch mit dem 'Stern' klar gemacht, dass sie kaum noch Unterschiede zwischen der AfD und der NSDAP vor deren Machtübernahme erkennt. Die Nazis damals hätten zwar ein anderes Auftreten gehabt – Uniformen, Struktur, alles etwas martialischer –, aber sie hätten keine Geheimnisse daraus gemacht, wofür sie standen. Offenbar war alles schon im Vorfeld klar zu erkennen. Knobloch, die selbst den Holocaust durchlebt und überlebt hat, warnt davor, diese Warnsignale jetzt zu übersehen. Schließlich habe sie im Laufe ihres Lebens zahlreiche rechtsextreme Parteien erlebt – von der NPD über die Republikaner bis zur DVU. Diese seien jedoch verblasst, doch so besorgniserregend und durchschlagskräftig wie die AfD sei bisher keine gewesen. Besonders beunruhigt sie, wie viele Menschen sich von der AfD verführen lassen, ähnlich wie in dunklen Zeiten der deutschen Geschichte – ein Muster, das sich nicht wiederholen dürfe, mahnt sie. Häufig fragt sich Knobloch: Wo bleibt die Justiz angesichts der rassistischen und hasserfüllten Aussagen aus den Reihen der AfD? Straflosigkeit sei keine Option, betont sie und fordert, im Kampf gegen diese Ideologie auch mal ungewöhnlich konsequente Maßnahmen zu ergreifen. Zwar rechnet sie einem erneuten Verbotsverfahren gegen die AfD kaum Chancen ein, hält eine Prüfung dennoch für notwendig. Das Land, Deutschland, das sich nach dem Krieg und den Schrecken der Shoah wieder aufgerichtet habe, käme zunehmend ins Wanken, sorgt sich Knobloch – vor allem wegen dem zunehmenden Judenhass. Es steht für sie außer Frage: Das demokratische Fundament des Landes ist keineswegs selbstverständlich.
Charlotte Knobloch schlägt im aktuellen Diskurs Alarm und zieht eine direkte Linie von der heutigen AfD zu den Verhältnissen vor der NSDAP-Machtübernahme in den 1930er Jahren. Für sie liegt die Gefahr insbesondere darin, dass rechtsextreme Rhetorik in der AfD offen zur Schau gestellt und von immer mehr Menschen normalisiert werde, während staatliche Institutionen aus ihrer Sicht zu zurückhaltend reagieren. Knobloch fordert mit Nachdruck, das Thema AfD nicht auf die lange Bank zu schieben und diskutiert sogar, obwohl sie wenig Hoffnung sieht, ein erneutes Parteiverbot: Ein Statement, das aktuell auf großes Medienecho stößt. Eine Recherche aktueller Presse zeigt, dass das Thema AfD und Rechtsextremismus Deutschland weiter umtreibt: In den letzten Stunden berichteten Medien wie die ZEIT, Süddeutsche und Spiegel übereinstimmend von einer Zunahme rechtsextremer Vorfälle und einer neuen politischen Dynamik im Umgang mit der Partei. Besonders auffällig ist der Tenor, dass viele Bürgerinnen und Bürger nicht nur besorgt, sondern zunehmend wütend über das scheinbare Versagen von Behörden und Justiz sind; zugleich begreifen selbst politische Gegner der AfD die Demokratie ernsthaft in Gefahr.