Zahlen lügen bekanntlich nicht: Das Ifo-Institut sieht ein klares Gefälle. Zwar ist das Interesse an KI in Ostdeutschland zuletzt gestiegen – teilweise sogar rasant, wenn man bedenkt, wie holprig es noch 2022 aussah. Und trotzdem: Während sich westdeutsche Firmen immer beherzter auf KI-Projekte stürzen, scheint für viele Unternehmen im Osten das Thema noch nicht auf dem Tisch zu liegen – oder eben nicht auf der Prioritätenliste. Wenn man die Prozentzahlen nebeneinanderstellt, fällt die Diskrepanz ins Auge: Über die Hälfte der deutschen Unternehmen bundesweit arbeitet inzwischen aktiv mit KI. Blickt man jedoch gen Osten, sind es laut Analyse gerade mal knapp zwei Fünftel. Gedanklich fühlt sich das beinahe an wie ein Déjà-vu – die ostdeutsche Wirtschaft ist dort, wo der Westen vor etwa einem Jahr stand.
Gerade frappierend: Dieser Rückstand findet sich nicht nur punktuell, etwa bei Traditionsbranchen oder in irgendeinem verschlafenen Bundesland, sondern in praktisch allen Wirtschaftsbereichen und Regionen zwischen Rügen und Erzgebirge. Ifo-Kenner Joachim Ragnitz bringt es auf den Punkt: Die ostdeutsche Wirtschaft schöpft die Potenziale der KI noch längst nicht aus. Chancen bleiben liegen. Warum? Allen voran seien es wohl kleine oder mittelständische Betriebe, die zögern. Vielleicht fehlt noch das letzte Quäntchen Mut, oder es braucht einfach mehr praktische Beispiele, dass sich der Einstieg wirklich lohnt.
Ehrlich gesagt, würde ich vermuten, dass Förderung, Beratung und Austauschplattformen entscheidend sein werden, um einen echten Wandel herbeizuführen. In manchen Ecken gibt es kurzfristig eine Aufbruchstimmung – doch insgesamt bleibt viel Luft nach oben. Man kann gespannt sein, wie sich das Verhältnis in den nächsten Jahren ändert oder ob der Abstand eben weiter bestehen bleibt.
Die aktuelle Analyse des Ifo-Instituts belegt: Im Vergleich zu Westdeutschland nutzen ostdeutsche Unternehmen Künstliche Intelligenz noch immer seltener. Während bundesweit über die Hälfte aller Betriebe KI einsetzen, sind es im Osten deutlich weniger – ein Nachteil, der sich durch nahezu alle Branchen zieht. Hauptursache: Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen tun sich schwer, neue Technologien zu integrieren.
Eine aktuelle Recherche zeigt außerdem, dass laut der Süddeutschen Zeitung Fachkräftemangel und geringere Innovationsnetzwerke in Ostdeutschland als Hindernisse gelten. Die FAZ berichtet, dass neue Förderprogramme und regionale Initiativen versuchen, den Rückstand zu verkleinern, etwa durch gezielte Investitionen und Beratungsangebote. Zeit Online weist darauf hin, dass in Ostdeutschland eine größere Skepsis gegenüber digitaler Transformation herrscht, was sich auch in der Zurückhaltung bei KI zeigt.