Diakonie schlägt Alarm: Gefahr für die Inklusion durch Jugendhilfereform

Angesichts der geplanten Neuausrichtung der Kinder- und Jugendhilfe warnt die Diakonie Deutschland eindringlich vor einem Rückschritt bei der Inklusion. Präsident Rüdiger Schuch betont, der Mensch dürfe trotz Spardrucks nicht aus dem Mittelpunkt verschwinden.

12.08.26 12:59 Uhr | 27 mal gelesen

Oft wird Inklusion als teure Sondermaßnahme betrachtet, dabei ist sie im Kern ein garantiertes Grundrecht – eine Selbstverständlichkeit, will man meinen. Dennoch sieht die Diakonie in den geplanten Reformen zur Kinder- und Jugendhilfe die Gefahr, dass der Rotstift gerade bei denjenigen angesetzt wird, die ohnehin zu kämpfen haben. Die individuelle Schulbegleitung etwa: Wichtiger als knappe Haushaltskassen sollte hier das sein, was das Kind tatsächlich benötigt. Ist es nicht paradox, dass der Wert einer demokratischen und vielfältigen Gesellschaft häufig erst durch schwere Debatten – oder eben Sparpläne – ins Bewusstsein rückt? Schuch bringt es auf den Punkt: Recht auf Teilhabe und Selbstbestimmung dürfen nicht zur bloßen Floskel verkommen, nur weil das Geld mal wieder knapp ist.

Die Diakonie Deutschland warnt davor, dass die anstehende Reform der Kinder- und Jugendhilfe zu erheblichen Nachteilen für die Inklusion führen könnte. Besonders kritisiert wird, dass Haushaltsengpässe nicht dazu führen dürfen, den individuellen Unterstützungsbedarf von Kindern zu ignorieren oder pauschal zu kürzen – Inklusion sei eben ein unveräußerliches Menschenrecht. Aktuelle Recherchen zeigen zudem, dass ähnliche Bedenken in anderen sozialen Einrichtungen auftauchen und die Debatte bundesweit an Brisanz gewinnt: Vor allem für Familien mit behinderten Kindern könnte sich das Hilfesystem spürbar verschlechtern. Die Öffentlichkeit verfolgt mit wachsender Sorge, wie Politik und Gesellschaft das Versprechen auf Teilhabe ausgestalten – und ob die Balance zwischen Sparzwang und gesellschaftlicher Verantwortung tatsächlich gelingt.

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