Sozialverband mahnt: Verwaltungskosten drohen Kinder-Renten-Modell zu belasten

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) äußert Kritik an der geplanten „Frühstartrente“ und warnt davor, dass hohe Verwaltungsausgaben die eigentliche Förderung für junge Menschen auffressen könnten.

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Man könnte meinen, es wäre ein gutes Zeichen, dass junge Leute schon frühzeitig beim Aufbau ihrer Altersvorsorge unterstützt werden sollen. Soweit, so nachvollziehbar – schließlich ist die Rente für viele ohnehin ein Buch mit sieben Siegeln. Aber laut Michaela Engelmeier vom SoVD sollte man die Euphorie ein bisschen zügeln. Sie sagt, dass das meiste Geld bei den Kindern selbst ankommen muss – nicht in den Taschen von Versicherungen oder Banken. Es wäre schlicht absurd, wenn staatliche Hilfen zu großen Teilen für Bürokratie und Vertrieb draufgehen würden, obwohl es auf dem Markt längst günstigere Modelle gibt. Wenn der Staat sowieso die Fäden in der Hand behält, so Engelmeier, sollte er zumindest die Möglichkeit für ein schlankes, durchsichtiges und günstiges Basisprodukt anbieten – nichts Aufgeblähtes zugunsten der Finanzlobby. Allerdings geht es um mehr als nur Verwaltungskosten: der SoVD erinnert daran, dass kapitalgedeckte Vorsorge nicht ohne Risiken ist. So leicht diese von Politik und Finanzplätze schöngeredet wird, so groß die Sorgen, dass das Ganze als Einfallstor für eine weitere Privatisierung der Altersvorsorge dient. Die gesetzliche Rente, betont Engelmeier, bleibt das Rückgrat – und das müsse künftig für alle Erwerbstätigen gelten, nicht nur für Angestellte. Private Vorsorge? Kann man machen, aber die eigentliche Absicherung soll und muss weiter öffentlich und verlässlich bleiben.

Die Warnung des SoVD kommt nicht von ungefähr: Immer häufiger geraten hohe Kosten für Gebühren, Verwaltung und Vertrieb ins Visier, wenn es um neue Vorsorgemodelle geht. Engelmeier bringt auf den Punkt, was viele umtreibt: Wenn der Staat schon fördert, darf Geld nicht zwischen Aktenbergen und Provisionen verloren gehen. Hinter dem Streit um das neue Modell steckt also ein Grundsatzkonflikt: Soll die Rente weiter öffentlich organisiert und gestärkt werden – oder droht eine schleichende Auslagerung an die Finanzwirtschaft? Grundsätzlich ist die Idee der Kinderförderung positiv, aber der Teufel steckt im Detail. Nach aktuellen Recherchen zeigt sich, dass viele Sozial- und Verbraucherschützer offene Kostenstrukturen fordern. Sie verlangen, die kapitalgedeckte Vorsorge dürfe nicht das Herz der staatlichen Sicherung erodieren lassen. Laut neuen Berichten wird zudem daran gearbeitet, klare Kostenobergrenzen und mehr Transparenz einzuführen, um die angestrebte Wirkung der Frühstartrente zu gewährleisten.

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