Stadtwerke zwischen Alarmbereitschaft und Alltag
Was mir besonders auffiel: Eine Mehrheit der auskunftsfreudigen Unternehmen war zeitweise nah dran, die Notbremse zu ziehen. Engpässe, so sagten 16 Prozent der Befragten, waren keine bloße Theorie, sondern bittere Realität. Vor allem der Verbrauch schoss durch die Decke – in manchen Regionen um ein Drittel mehr als üblich. Da fühlt man sich in seinem Wasserglas plötzlich ganz schön beobachtet.Rasen grün, Pools voll, Quellen leerer
Ich musste schmunzeln: Über 60 Prozent der Wasserversorger geben zu Protokoll, dass einfach mehr Wasser gebraucht wurde, weil es draußen – naja – unerträglich heiß war. Besonders das Bewässern von Gärten und das Füllen privater Pools machten den Unterschied. Während ein paar Regionen (immerhin ein Fünftel) kaum Ausreißer bemerkten, war man andernorts fast ein wenig ratlos, wie lange das so noch weitergeht.„Bitte sparen!“ – Der Aufruf verhallt oft
Gut ein Drittel der Betriebe sah sich gezwungen, die Kundschaft zu bitten, mit dem Wasser hauszuhalten. Verständlich, wenn eigentlich alles im Garten schlappt. Die Befragungsbereitschaft der Unternehmen war da und trotzdem spürt man: Ein nachhaltiger, gemeinsamer Umgang mit Wasser hat noch Luft nach oben.Stimmen aus der Branche – und glühend heiße Warnungen
VKU-Vizechef Karsten Specht bringt es auf den Punkt (und ich finde, er hat recht): Die Infrastruktur hat (noch) gehalten, aber auf Dauer wird’s eng. Er fordert mehr Weitsicht, staatliche Unterstützung außerhalb von Krisenzeiten und klärt auf: Die nächsten Hitzewellen kommen garantiert. Wer denkt da nicht kurz an knarzende Leitungen und leergezapfte Quellen?Politik am Zug – und noch offene Baustellen
Fast am Rande erwähnt, aber entscheidend: Die Politik diskutiert dieser Tage verstärkt über Strategien zur Klimaanpassung. Die Folgen des Klimawandels sind längst Alltag; Verteilungsfragen zwischen Privatleuten, Landwirtschaft und Industrie werden drängender. Und ehrlich, wenn man sieht, wie mühsam die Reduktion von Treibhausgasen vorangeht, schwant einem: Das Thema bleibt.Das anhaltende Sommerwetter mit seiner extremen Hitze hat Deutschlands Wasserversorgung schwer gefordert, starker Mehrverbrauch und teils unerwartete Engpässe waren die Folge. Über die Hälfte der befragten Stadtwerke meldete eine angespannte Versorgung, und der Bedarf schnellte in einzelnen Regionen auf Rekordwerte, wobei private Poolbefüllungen und bewässerte Rasenflächen eine große Rolle spielten. Während vielerorts kurzfristige Spar-Appelle gestartet wurden, rät der VKU zu langfristigen Investitionen und fordert eine zentrale Gemeinschaftsaufgabe für die Klimaanpassung, denn die Herausforderungen häufen sich zusehends.