Zwist über Wehrpflicht zwischen JU und Jusos flammt erneut auf

Wenn es nach der Union geht, soll die Bundeswehr notfalls per Pflicht wachsen – die Jusos sehen das ganz anders.

heute 00:02 Uhr | 2 mal gelesen

Der Streit um die Wehrpflicht scheint einfach nicht totzukriegen – besonders nicht zwischen der Jungen Union und den Jusos. Johannes Winkel, der Chef der JU, machte kürzlich in der 'Rheinischen Post' unmissverständlich klar: Falls die Bundeswehr bis 2027 nicht wie geplant auf 190.000 Soldaten anwächst, müsse ab 2028 zwingend eine Wehrpflicht wieder eingeführt werden. Winkel meinte dazu, direkte Maßnahmen seien nötiger als das Ausfüllen von Fragebögen – Putin würde sich davon ohnehin nicht beeindrucken lassen. Die Gegenreaktion der Jusos ließ nicht lange auf sich warten: Ihr Vorsitzender Philipp Türmer konterte, dass Dienstpflicht-Forderungen nur ein einfacher Ausweg für die Union seien. Er betonte, die Bundeswehr habe ihr Ziel für 2026 mit freiwilligen Kräften nahezu erreicht. Wirklich attraktivere Bedingungen für Soldatinnen und Soldaten seien das bessere Rezept – und jede Form von Zwang, egal ob für Männer oder Frauen, lehnten die Jusos strikt ab. Wer weiterhin eine Pflichtdiskussion führe, übersehe schlichtweg den aktuellen Trend. Ehrlich gesagt: Selten war das politische Ringen um die Freiwilligkeit versus Zwang so zugespitzt.

Der Dauerbrenner Wehrpflicht heizt erneut die Gemüter der politischen Jugendverbände auf. Während die Junge Union darauf pocht, die Bundeswehr im Notfall mittels verpflichtendem Wehrdienst personell zu stärken, setzen die Jusos weiterhin auf Attraktivität und Freiwilligkeit – und sehen in der Debatte um eine Pflicht ein Rückschritt in alte Denkmuster. Aktuell liegt die Truppenstärke der Bundeswehr bei knapp 186.700, knapp unter dem gesetzten Ziel von 190.000 für 2027. Blickt man auf die aktuelle politische Debatte, so ist klar: Die Bundesregierung prüft angesichts sicherheitspolitischer Herausforderungen alle Optionen zur Personalgewinnung, doch bislang gibt es keine Einigung zu einer neuen Form der Wehrpflicht. Laut „Zeit Online“ sind die Umfragewerte für eine Wiedereinführung geteilt, viele Jüngere zeigen Skepsis und achten mehr auf gesellschaftlichen Dienst als auf militärische Pflicht. Die Diskussion ist überdies auch Teil eines allgemeinen Trends innerhalb Europas, wo mehrere Staaten – wie Schweden oder Norwegen – ihr Wehrsystem jüngst reformiert haben.

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