Alice Weidel pocht auf Verbrenner und kritisiert Klimapolitik

AfD-Vorsitzende Alice Weidel hat sich erneut gegen die aktuelle Klimapolitik ausgesprochen und für einen freien Markt ohne staatliche Eingriffe plädiert. Im ZDF-Sommerinterview forderte sie, keine Technologie zu verbieten und griff außerdem Euro und Einwanderungspolitik scharf an.

heute 18:59 Uhr | 2 mal gelesen

Im ZDF-Sommerinterview lieferte Alice Weidel gewohnt scharfe Töne gegen die Klimaschutzpolitik in Deutschland und das Aus des Verbrennungsmotors. Sie stellt sich klar gegen Vorgaben, welche Motoren künftig produziert oder verkauft werden dürfen und will, so ihre Worte, den Markt entscheiden lassen. Der Mensch habe der Natur 'noch nie vorgeschrieben, wie sie zu funktionieren hat', warf sie ein – ein Gedanke, über den sicherlich gestritten werden kann. Fast beiläufig brachte sie ihre Ablehnung des Euro erneut auf den Tisch. Interessant: Ihr Argument, dass die Währungsunion zu einer Umverteilung von unten nach oben führe, hätte vermutlich nicht nur in manchen linken Kreisen Beifall gefunden. Weidel prognostizierte eine breite Verarmung der Bevölkerung als Folge dieser Politik, was nachdenklich macht – auch wenn Ökonomen das etwas differenzierter sehen. Zum Thema Migration blieb sie bei harten Positionen: Für Menschen ohne aktuellen Fluchtgrund, etwa syrische Geflüchtete, fordert sie konsequente Abschiebungen. Die Bundesregierung seit 2015 trage laut Weidel Schuld an einer Verschlechterung der inneren Sicherheit; auch erinnerte sie daran, dass die AfD für Grenzschließungen und einen Austritt aus Schengen eintritt. Was davon realistisch umsetzbar wäre, bleibt allerdings offen.

Alice Weidel nutzt das ZDF-Sommerinterview, um die aktuelle Klima- und Wirtschaftspolitik scharf anzugreifen: Sie plädiert für Technologieoffenheit bei Motoren, sieht in der EU-Währung Euro einen Grund für wirtschaftliche Schieflagen und fordert eine drastisch restriktive Migrationspolitik. Die Diskussion rund um das Verbrenner-Aus reißt sie aus ihrer technischen und ökologischen Komplexität und stilisiert sie zur reinen Frage der Marktfreiheit – eine Perspektive, die aktuell viele konservative und rechte politische Akteure europaweit teilen. Neben der wirtschaftlichen Argumentation setzt Weidel klar auf das Thema Migration als gesellschaftlichem Spaltpilz – was der politischen Debatte zwar Resonanz beschert, aber die Suche nach differenzierten, tragfähigen Lösungen eher erschwert. In aktuellen Medienberichten wird zudem darauf hingewiesen, dass Weidels Forderungen im Widerspruch mit internationalen Entwicklungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen stehen, etwa dem globalen Trend zur Elektrifizierung der Mobilität und international gültigen Klimazielen. Wirtschaftsexperten betonen wiederum, dass ein Rückzug aus Euro oder Schengen für Deutschland schwerwiegende wirtschaftliche und politische Folgen hätte.

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