Wer hätte das gedacht? Der SSV Jeddeloh, sonst in der Regionalliga Nord unterwegs, watscht den vorjährigen Erstligisten 1. FC Heidenheim mit einem überraschend deutlichen 5:2-Sieg ab und kegelt ihn damit grandios aus dem DFB-Pokal. Dabei startete Heidenheim schwungvoll: Bereits in der 12. Minute brachte Wagner sein Team nach einer feinen Vorarbeit von Pieringer in Führung – Schuss, drin, Routine. Doch Fußball folgt seinen eigenen Gesetzen, vor allem im Pokal. Krasniqi stellt postwendend auf 1:1, als Heidenheim nach Einwurf die Übersicht verliert und der Ball unhaltbar ins lange Eck segelt. Es kam sogar noch dicker. Ein Eigentor von Schöppner bringt unerwartet die Führung für die Gastgeber. Nur zwei Minuten später zirkelt Hyseni die Kugel sehenswert oben rein – 3:1, und das alles noch vor der Pause.
Den Heidenheimern laufen zusehends die Felle davon. Nach dem Pausentee dann die große Gelegenheit auf Anschluss, doch Zivzivadze haut den Elfer drüber. Einfach ärgerlich. Jeddeloh indes spielt weiter frei auf: Hyseni verwandelt einen weiteren Strafstoß (70.), Janßen vollendet einen Konter zum 5:1. Der Ehrentreffer von Kaufmann in der 89. Minute ist nur noch für die Statistik. Kurios, fast ein wenig surreal, wie locker-leicht das Jeddeloh runterspielte.
Nebenan im Duell der Zweitligisten zwischen Greuther Fürth und Bochum: Die Westfalen setzen sich knapp mit 2:1 durch – ein Spiel, das zwar umkämpft war, aber längst nicht so kopfstehend wie der Coup vom SSV Jeddeloh. Hatte da jemand Pokalromantik bestellt?
Jeddeloh schafft mit dem 5:2 gegen den haushohen Favoriten aus Heidenheim eine der auffälligsten Erstrunden-Sensationen im diesjährigen DFB-Pokal. Seitens Heidenheim enttäuschte nicht nur die Defensive, sondern auch der ungenutzte Elfmeter war sinnbildlich für ein Spiel, in dem der Außenseiter willensstärker und cleverer agierte. Solche Erfolge kleiner Vereine sind es, die den Pokal für viele Fußballfans überhaupt erst besonders machen: Träume leben, Underdogs jubeln, und Favoriten stolpern manchmal ziemlich laut. Im Netz wurde Jeddelohs Triumph verschieden kommentiert: Von Fußballwundern und „Magie des Pokals“ war meist die Rede. Medial wurde auch diskutiert, wie ein Bundesligist so kollektiv einbrechen kann – ein Thema, das Heidenheim in den kommenden Tagen beschäftigen dürfte.