In einem Interview mit dem 'Kölner Stadt-Anzeiger' betonte Felix Klein, dass die gegenwärtige Siedlungspolitik Israels sowohl gegen internationales Recht verstoße als auch die ohnehin brüchige Zwei-Staaten-Lösung weiter erschwere. Klein findet klare Worte: Israel solle anstelle von Konfrontation verstärkt auf Diplomatie setzen – immerhin sei ein dauerhaftes Miteinander nur auf Basis gegenseitiger Anerkennung denkbar. Besonders kritisch beurteilt er, wie die israelischen Behörden mit Übergriffen einiger Siedler auf palästinensische Familien verfahren: Hier mangele es oft an Konsequenz, so Klein, das müsse sich dringend ändern. Gleichzeitig warnt er aber davor, dass Kritik an der Politik Israels regelmäßig in Antisemitismus abgleite, sobald etwa das Existenzrecht des Landes infrage gestellt oder extrem dämonisierende Vergleiche gezogen würden. Einen pauschalen Vorwurf des Völkermords gegen Israel sieht Klein solange als antisemitische Rhetorik, bis entsprechende Gerichtsentscheidungen das Gegenteil beweisen. Zum Schluss sei erwähnt: Nach acht Jahren im Amt schlägt Klein ein neues Kapitel auf und wechselt als OECD-Botschafter nach Paris. So gehen Zeiten zu Ende – und neue beginnen meist schneller als man denkt.
Felix Klein spricht sich im Kontext der wieder aufflammenden Gewalt im Nahen Osten für eine diplomatischere und maßvollere Politik Israels aus – insbesondere in Bezug auf völkerrechtswidrige Siedlungen und das Verhalten gegenüber Palästinensern im Westjordanland. Klein betont die Bedeutung, zwischen berechtigter Kritik an der israelischen Regierung und offenem Antisemitismus zu unterscheiden, und ruft zur Sachlichkeit in der Debatte auf. Im Lichte aktueller Entwicklungen – etwa der Eskalation in Gaza und den internationalen Reaktionen darauf – setzen viele Stimmen auf Dialog und Instrumente des Völkerrechts statt einseitiger Schuldzuweisungen; Israel bleibt unterdessen einem starken internationalen Druck ausgesetzt, sich wieder verstärkt für eine nachhaltige Friedenslösung zu engagieren.