Wenn man ehrlich ist: Pokalsamstag, das klingt nach Überraschungen, Dramen und kitschigen Fußballgeschichten. An diesem frühen Abend allerdings – Ernüchterung für alle Freunde des Chaos. RB Leipzig verzichtete auf jeglichen Krimi und zerlegte Eintracht Trier souverän mit 6:0. Bemerkenswert: Schon nach drei Minuten stand es dank Brajan Gruda 1:0, Willi Orban hämmerte das zweite Tor nach und dann, wie es der Fußball manchmal will, sorgte ein abgelenktes Eigentor durch Gianluca Pelzer für Leipziger Vorfreude zur Pause. Im zweiten Abschnitt ließen die Sachsen kurz locker, eher aus Höflichkeit als aus Not. Dann aber zogen sie das Tempo wieder an: Conrad Harder erhöhte spät, bevor Antonio Nusa und Ezechiel Banzuzi das Ergebnis noch auf die magische Sechs schraubten – spätestens jetzt dürften die Trierer Fans verhalten auf die Anzeigetafel geblickt haben.
Parallel dazu lieferten sich 1860 München und Holstein Kiel ein zähes Ringen. Die Gäste erzielten durch den kopfballstarken Phil Harres das 1:0, und wie das so ist: Nach der Führung ließen sie die Hausherren ein wenig zappeln. Die Münchner probierten viel, rannten an – die Abwehr der Kieler stand aber wie ein alter Baum im Sturm. Erst ganz am Ende setzte Guillermo Balzi den entscheidenden Stich per Konter. Ein bisschen schade für die kämpferischen Sechziger, die einfach keinen Weg durch Kiels Disziplin fanden. Gefühlt hätten sie noch bis Mitternacht spielen können.
Der Samstagabend im DFB-Pokal wurde seinem Ruf als Bühne für Favoriten gerecht – zumindest im Hinblick auf die beiden Partien: RB Leipzig feierte einen mühelosen 6:0-Auswärtssieg gegen Eintracht Trier, während Holstein Kiel den Traditionsklub 1860 München mit 2:0 aus dem Wettbewerb warf. Beide Gewinner überzeugten mit Effizienz vor dem Tor und stabiler Defensive, wobei Leipzigs Sieg besonders deutlich ausfiel. Im Gespräch rund um den DFB-Pokal ist immer wieder davon die Rede, ob Underdogs echte Chancen gegen Erstligisten haben – doch an diesem Tag war dieses berühmte Pokalgesicht kaum zu sehen.
Nach Recherche aktueller Artikel ergibt sich zudem, dass der DFB-Pokal in diesem Jahr unter besonderer Beobachtung steht: Zum einen gab es erneut verschärfte Sicherheitsmaßnahmen rund um die Spiele, wie die FAZ berichtete. Zudem steht das finanzielle Ungleichgewicht zwischen Profis und Amateuren medial vermehrt im Fokus (Thema auf taz.de und auf Spiegel.de). Neben Leipzig setzten sich auch weitere Favoriten klar durch, während bei anderen Partien die Atmosphäre als positiv und friedlich geschildert wurde. Besonders auffällig: Die Liveberichte heben die routinierte Abgeklärtheit der Bundesligisten hervor – eine, die gestern kaum „Magie des Pokals“ zuließ.