Kritik an AfD-Ideen: Sachsen warnt vor Risiken für Schulabschlüsse in Sachsen-Anhalt

Nach einem Treffen der ostdeutschen Bildungsminister richtet Conrad Clemens (CDU) scharfe Worte an die Adresse der AfD: Bei einer Regierungsbeteiligung der Partei in Sachsen-Anhalt könnte das Bildungssystem massiv ins Wanken geraten.

heute 16:59 Uhr | 2 mal gelesen

Mit ernster Miene äußerte Conrad Clemens gegenüber der "Bild" seine Sorge: Falls die AfD in Sachsen-Anhalt das Bildungsministerium besetzt, könnte das die landesweite Anerkennung von Schulabschlüssen stark erschüttern. Der Hintergrund sind die ungewöhnlichen Pläne der Partei, wie sie aus dem Regierungsprogramm hervorgehen. Die AfD will offenbar die Schulpflicht aufweichen und Eltern ermöglichen, ihre Kinder daheim zu unterrichten – was praktisch ein massiver Bruch mit dem bisherigen System wäre. Außerdem setzt sich die Partei für eine Trennung geflüchteter und behinderter Kinder in gesonderte Klassen ein und möchte die Behandlung des Nationalsozialismus im Unterricht reduzieren. Clemens warnt offen: "Wenn die Schulpflicht fällt, werden gerade diejenigen Schüler ausgeschlossen, die besondere Unterstützung brauchen. Solche Veränderungen könnten dazu führen, dass Abschlüsse aus Sachsen-Anhalt in anderen Bundesländern nicht mehr anerkannt werden." Der CDU-Minister kritisiert auch die Vorstellungen einer Segregation im Klassenzimmer: "Die Aufteilung nach Herkunft oder Behinderung treibt einen Keil durch die Schulgemeinschaft." Im Hinblick auf die Geschichtslehrpläne stellt Clemens klar: "Statt einer Verklärung oder Verwässerung der Geschichte brauchen wir deutlich mehr Demokratiebildung bei jungen Menschen – keine ideologischen Verrenkungen."

Clemens warnt davor, dass die AfD-Pläne für das Bildungswesen in Sachsen-Anhalt gravierende Folgen haben könnten: Abschlüsse könnten national an Anerkennung verlieren, sozial Schwächere würden im Zweifel noch stärker benachteiligt. Das Vorhaben, geflüchtete und behinderte Kinder in getrennten Klassen zu unterrichten, spalte die Schulgemeinschaft und widerspreche integrativen Werten deutlich. Überdies stößt die gedachte Reduktion der NS-Zeit im Geschichtsunterricht auch bei Bildungsexperten und weiteren Politiker:innen auf scharfe Ablehnung, wie in aktuellen Stellungnahmen betont wurde.

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