Gleich von Beginn an zeigte Leverkusen in Wiesbaden, dass sie nichts anbrennen lassen wollten – manchmal hat man fast das Gefühl, dass diese Mannschaft schon im Sparmodus zu stark ist. Patrik Schick brauchte eine Weile, aber kurz vor dem Pausenpfiff klingelte es dann doch im Kasten des Außenseiters. Die zweite Halbzeit startete beinahe, bevor der Gastgeber richtig wach war, da zappelte der Ball schon wieder im Netz – diesmal per Flachschuss von Lucas Vazquez. Danach, das ist oft so nach der Pause, bröckelte das Aufbäumen der Wiesbadener, auch wenn sie zwischenzeitlich mit einer coolen Direktabnahme fast für den Anschluss sorgten. Die letzten beiden Tore von Tella und Kofane ließen den Abend dann fast ein bisschen zu routiniert ausklingen – als wollte Leverkusen selbst bei niedriger Temperatur keinen Krimi riskieren.
Ganz anders war die Stimmung in Cottbus. Augsburg musste sich die ersten Minuten ordentlich strecken. Die Lausitzer mit aufgerollten Ärmeln und viel Leidenschaft – man spürte fast die Hoffnung, die da für einen Pokaltraum wehte. Doch dann kam Kade, ließ sich im Strafraum nicht lumpen und zog den Ball ins Eck: Was für eine Befreiung! Danach war’s ein Gerangel, wild, auch ein bisschen nervös, wie auf einem Dorffest kurz vorm Feuerwerk. Die Gastgeber mühten sich, kratzten und beißen im Rahmen des Erlaubten – aber Augsburg stand clever, ließ wenig zu und packte mit Jakic' Treffer in der Nachspielzeit den Mantel der Gewissheit um den Sieg. Augsburg weiter, aber mit mehr Arbeit als das Ergebnis es vermuten lässt.
Leverkusen zeigte in Wiesbaden eine kontrollierte Vorstellung und offenbarte dabei einmal mehr ihre Offensivkraft – Spieler wie Schick nutzten die Gelegenheiten konsequent, während Wiesbaden kaum eigene Akzente setzen konnte. Augsburg hingegen musste sich bei leidenschaftlichen Cottbusern deutlich mehr strecken, konnte aber in den entscheidenden Momenten kaltschnäuzig zuschlagen und zog dank effizienter Chancenverwertung in die nächste Pokalrunde ein. Beide Teams sind damit wie erwartet weiter, wobei vor allem Leverkusens breiter und tiefbesetzter Kader den Unterschied machte. (Ergänzung nach externer Recherche: Bayer Leverkusen gilt nach ihren zahlreichen Transfers – wie etwa Victor Boniface und Granit Xhaka – als einer der Topfavoriten im diesjährigen DFB-Pokalwettbewerb. Augsburg setzt unter Trainer Jess Thorup weiterhin auf pragmatische Defensivarbeit, während Pokalüberraschungen wie Elversberg am Wochenende ebenfalls für Aufmerksamkeit sorgen. Das Thema Fanproblematik nahm indes in einigen Stadien zu, wobei Sicherheitsfragen (Pyrotechnik, Platzstürme) verstärkt von DFB und Polizei beobachtet werden.)