Rotkäppchen-Mumm warnt: Kommt die teurere Sektsteuer, leidet Otto Normalverbraucher

Deutschlands größter Sektproduzent befürchtet durch eine geplante Anhebung der Schaumweinsteuer vor allem Nachteile für Menschen mit schmalerem Geldbeutel. Vorstandschefin Silvia Wiesner kritisiert, die Maßnahme treffe die Falschen – und ruft die Politik zum Überdenken auf.

heute 08:51 Uhr | 3 mal gelesen

Die angekündigte Sektsteuererhöhung stößt bei Rotkäppchen-Mumm auf scharfe Kritik. Laut Chefin Wiesner gebe es erhebliche soziale Bedenken: Die geplante Steuererhöhung sei alles andere als gerecht, weil am stärksten die breite Mittelschicht betroffen wäre – gerade diejenigen also, die sich Luxusgetränke wie Champagner ohnehin selten leisten könnten. Wiesner argumentiert weiter, dass der finanzielle Schaden für die Branche beträchtlich sein könnte, da höhere Preise immer weniger Menschen zum Konsum animierten – am Ende könnten damit auch die Steuereinnahmen zurückgehen, ein klassischer Schuss nach hinten also. "Es steht zu befürchten, dass sich viele Deutsche Sekt künftig seltener gönnen – 80 Prozent der im Land verkauften Sektflaschen bleiben nämlich unter der 3,50-Euro-Marke.", merkt Wiesner an. Sie hoffe, die Politik werde ihren Schritt noch einmal sachlich durchdenken und wirklich berücksichtigen, wen so eine Steuer da eigentlich trifft.

Rotkäppchen-Mumm warnt deutlich vor sozialen und wirtschaftlichen Folgen, sollte die Bundesregierung die Schaumweinsteuer erhöhen: Nach Ansicht der Unternehmensführung wären insbesondere Verbraucherinnen und Verbraucher mit kleinerem Budget betroffen, während Luxusprodukte wie Champagner beinahe unberührt bleiben. Wiesner gibt zu bedenken, dass längst nicht jeder bereit ist, mehr als 3,50 Euro für eine Flasche Sekt auszugeben – gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten sind Preiserhöhungen für viele schlicht nicht drin. Hinzu kommt die Prognose, dass bei sinkender Nachfrage durch höhere Sektpreise die erhofften Steuereinnahmen vermutlich verfehlt würden, was die angestrebte Wirkung wohl konterkariert. Recherche ergab: Die Debatte um steuer- und konsumgetriebene Belastungen von Alltagssituationen treibt viele Haushalte aktuell um, etwa auch bei Lebensmitteln und Energie. Zuletzt haben sich Politiker, aber auch andere Branchenvertreter, kritisch zu pauschalen Verbrauchssteuern geäußert, sie sehen beispielsweise bei der geplanten Reform der Alkoholsteuer ebenfalls eher eine Belastung kleiner Einkommen. Insgesamt setzt die Branche wohl eher auf differenzierte Regulierungen als pauschale Steueranhebungen, um soziale Schieflagen zu vermeiden.

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