Mehr Offenheit bei Bonitäts-Scores: Thüringen übt Druck auf Auskunfteien aus

Das Verbraucherschutzministerium Thüringens fordert, dass Unternehmen wie die Schufa transparenter bei der Vergabe ihrer Bonitäts-Noten werden – denn ein Score ist nicht einfach nur eine Zahl.

heute 09:51 Uhr | 2 mal gelesen

Bonität. Klingt abstrakt, macht im echten Leben aber oft den kleinen Unterschied, wenn es um Wohnungssuche, Kredite oder einen simplen Handyvertrag geht. Beate Meißner, Thüringens Verbraucherschutzministerin (CDU), bringt es auf den Punkt: 'Hinter dem Schufa-Score steht immer ein Mensch.' Wer würde sich freiwillig von einer Zahl den Alltag durcheinanderwirbeln lassen? Seit Frühling hat die Schufa ihr Bewertungssystem umgestellt – jetzt gibt es einen Score von 100 bis 999 Punkten, öffentlich einsehbare Kriterien und erstmals gleiche Regeln für Privatpersonen wie Firmen. Gut gemeint, aber wie üblich steckt der Teufel im Detail: Noch nutzen viele Geschäftspartner das alte System, und nach ersten Berichten sind Fehler und Missverständnisse keine Seltenheit. Die Verbraucherzentralen schlagen Alarm, weil etliche Leute auf einmal schlechtere oder schlicht falsche Bewertungen bekommen und Korrekturen oft ein nervenaufreibendes Geduldspiel sind. In Thüringen wird deshalb eine große Fallsammlung gestartet – wer bis Ende August Ärger mit „merkwürdigen“ Scores, fehlerhaften Daten oder störrischen Korrektur-Optionen hat, kann mitmachen. Letztlich bleibt die Hoffnung: Dass am Ende nicht mehr die Blackbox entscheidet, sondern nachvollziehbare, faire Kriterien.

Zunehmender Druck auf die Schufa: Aufgrund der massiven Auswirkungen von Bonitätsbewertungen auf das Alltagsleben vieler Menschen wird in Thüringen, wie auch bundesweit, nach mehr Klarheit bei der Berechnung der berüchtigten Schufa-Scores gerufen. Obwohl das neue System mit einer Punktskala und zwölf offenen Kriterien mehr Transparenz schaffen soll, gibt es aktuell sowohl durch die parallelen alten Scores als auch viele technische und kommunikative Hürden für Verbraucher:innen. Zahlreiche aktuelle Medienberichte und Meldungen von Verbraucherzentralen bestätigen, dass Betroffene selten den Grund für einen niedrigen Score nachvollziehen können und erst recht nicht, wie sie Fehler ohne großen Aufwand korrigieren können. Laut FAZ und Spiegel wurden in den letzten Tagen zahlreiche Klagen über schwerwiegende Fehler in der neuen Score-Berechnung und einen Umstand laut: Befürchtet wird, dass die Schufa durch Algorithmen unbewusst diskriminierende oder willkürliche Ergebnisse produziert. Hinzu kommt, wird berichtet, dass Verbraucherschutzverbände die Bundesregierung zu noch schärferen Regelungen und mehr Kontrolle über Auskunfteien drängen.

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