Unternehmen, so meint Schneider-Braunberger, täten gut daran, sich keinesfalls mit der AfD oder ähnlichen Rändern gemein zu machen. "Wer eine Partei wie die AfD ins gesellschaftliche Wohnzimmer einlädt, darf nicht überrascht sein, wenn er die gesamte Bandbreite bekommt", sagte sie einmal im Gespräch mit dem Handelsblatt. Ihre Argumentation stützt sich nicht nur auf historische Parallelen, sondern auch auf die ernüchternde Erfahrung, dass einst viele Wirtschaftsbosse in den 1930er-Jahren ohne unmittelbaren Druck den Nationalsozialisten die Hand reichten. Erst als die wirtschaftlichen Bedingungen enger wurden – Rohstoffmangel, Arbeitskräftemangel, Währungsprobleme – da fingen viele Firmenvertreter an, en masse in die NSDAP einzutreten, um sich Vorteile zu verschaffen oder schlicht zu überleben. Doch, so ihre Feststellung: Die Nähe zur Ideologie brachte selten echten wirtschaftlichen Nutzen, sondern kostete oft die moralische Unschuld. Schneider-Braunberger erkennt im aktuellen Klima mit seinen gesellschaftlichen Unsicherheiten durchaus Parallelen zur Zeit der Weltwirtschaftskrise – ein beunruhigender Gedanke. Aber, und das betont sie ausdrücklich, heute könnten Unternehmen auf einer langen Tradition der Demokratie und des Austauschs aufbauen. Gerade deshalb sieht sie Unternehmen in der Pflicht, gesellschaftlichen Ausgleich mitzugestalten und den Rückfall in alte Muster zu verhindern. Was bleibt, ist ein kritischer Blick zurück – und die Mahnung, den demokratischen Kompass nicht zu verlieren.
Die Historikerin Andrea Schneider-Braunberger warnt eindrücklich davor, dass Unternehmen durch eine Normalisierung der AfD deren gesellschaftliche Akzeptanz erhöhen könnten. Sie zieht eine direkte Verbindung zu den Versäumnissen deutscher Unternehmen in der NS-Zeit und sieht, dass auch heute Unsicherheit zu fatalen Bündnissen führen könnte – betont jedoch die Verantwortung und Möglichkeit, auf mehreren Jahrzehnten demokratischer Praxis aufzubauen. Ergänzend sei erwähnt: In den letzten Tagen gibt es verstärkte Debatten darüber, wie die Wirtschaft mit dem erstarkenden rechten Rand umgehen soll; mehrere Wirtschaftsbündnisse, darunter der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), positionieren sich eindeutig gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD und betonen die Wichtigkeit demokratischer Werte als Grundlage unternehmerischen Handelns.