Fax ade: Kanzleramt hängt Leitung ab

Plötzlich stumm: Das Bundeskanzleramt und das Bundespresseamt haben ihre altbekannte Faxnummer aus dem Netz genommen. Wer jetzt ein Fax schickt, sendet ins Leere.

heute 17:34 Uhr | 2 mal gelesen

Jahrelang tippte sich die (030) 18272-2555 in so manchem Antragsformular wie von selbst. Doch seit August ist Schluss – weder Kanzler- noch Bundespresseamt nehmen Faxe entgegen. Die altgediente Nummer, die sogar im Impressum thronte, ist sang- und klanglos aus den Behörden-Webseiten verschwunden. Warum? Da bleibt die Bundesregierung kryptisch: Aus „Sicherheitsgründen“ werde öffentlich kein Wort über die Kommunikationswege verloren, betont eine Sprecherin. Interessant: Während das Fax vielerorts nur noch als Meme-Leiche belächelt wird, schwören Ewiggestrige auf Genau-das-Original-Flair – und auf die gute, alte Empfangsbestätigung, die vor Gericht zählt (was E-Mail und Co. in dieser Klarheit noch nicht toppen). Aber die Zeichen der Zeit deuten anders: Auch staatliche Stellen rollen ihre Faxrolls zur Seite, zumindest wenn nur die deutsche Öffentlichkeit im Spiel ist. Ach ja, kleine Ironie am Rande: Hinter verschlossenen Türen – oder besser, zwischen Berlin und ausgewählten außenpolitischen Posten – wird durchaus noch gefaxt. Internationale Routine eben.

Die vollständige Abschaltung der Faxnummer im Bundeskanzleramt ist Teil eines breiteren Trends zur Digitalisierung der Verwaltung, der jedoch weiterhin von sicherheitstechnischen und rechtlichen Überlegungen gebremst wird. Während Deutschland international teils für seine Liebe zum Fax belächelt wird, ist der Verzicht auf die Fax-Kommunikation auch ein Symbol für einen überfälligen Modernisierungsschub - bei gleichzeitigen Unsicherheiten hinsichtlich elektronischer Alternativen. Aus Medienberichten der letzten 48 Stunden wird klar: Die Debatte um sichere und rechtsverbindliche Kommunikation reißt nicht ab – beispielsweise wird immer wieder auf die rechtliche Grauzone von E-Mails oder die Gefahr von Cyberangriffen hingewiesen. In digitalen Zeiten fordern Datensicherheitsexperten und Verwaltungsmodernisierer gleichermaßen pragmatische, aber sichere Lösungen für den Behörden-Alltag, der immer noch zwischen Fax, Briefpost und unsicheren Mails schwankt.

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