Eintracht Frankfurt trennt sich von Trainer Toppmöller – ein Neuanfang steht an

Eintracht Frankfurt hat am Sonntag die Trennung von Dino Toppmöller bekanntgegeben – und reagiert damit auf die jüngste sportliche Entwicklung.

heute 13:17 Uhr | 3 mal gelesen

Es wirkt fast so, als hätte sich die Unruhe um Eintracht Frankfurt in den letzten Wochen hinter den Kulissen zusammengebraut, bis am Ende die Reißleine gezogen wurde: Dino Toppmöller ist raus, ziemlich abrupt. Nach all den Diskussionen über Spielidee, den wackeligen Saisonstart und diesen typisch hessischen Ärger, der sich in den Foren und Fankneipen entlädt, zieht der Verein Konsequenzen. Dabei ist nicht zu übersehen, dass Toppmöller – das muss man ihm lassen – Frankfurt nach dem Umbruch immerhin international mitmischen ließ und letztes Jahr einen historischen dritten Platz holte. Trotzdem war der Anspruch offenbar größer als die Geduld. Sportvorstand Markus Krösche betonte sogar noch die Wertschätzung für Toppmöllers Arbeit, führte aber die "rückläufige Entwicklung" als Grund an. Nun übernehmen Dennis Schmitt (eigentlich Chef der U21) und Alexander Meier (U19-Trainer, Vereinsikone) vorübergehend die Profis. Alexander Meier, das Idol aus alten Torjäger-Tagen, taucht also wieder auf – so sind Fußballgeschichten manchmal. Dass Toppmöller in seinem Abschied die Entscheidung kommentarlos akzeptiert und sich bedankt, überrascht mich nicht, klingt aber doch etwas wehmütig. Immerhin, auch Trainerjobs sind manchmal windige Angelegenheiten.

Die Trennung von Dino Toppmöller markiert einen Schnitt in Frankfurts Saison, die bisher von Unruhe und enttäuschenden Ergebnissen geprägt war. Während Toppmöller mit dem dritten Platz in der Vorsaison sportlich durchaus liefern konnte, war der Vorstand zunehmend unzufrieden mit der Entwicklung im neuen Jahr – insbesondere nach schwachen Auftritten zu Beginn der Rückrunde. Interimstrainer Dennis Schmitt wird die Mannschaft nun führen, assistiert von Alexander Meier; ob das neue Gespann entscheidende Impulse setzen kann, bleibt abzuwarten. – Nach Recherche: Laut verschiedenen aktuellen Medien (u.a. FAZ, kicker und t-online) ist die Entscheidung in Frankfurt sowohl von Teilen der Fans als auch Experten unterschiedlich aufgenommen worden; während einige angesichts verpasster Ziele von einem folgerichtigen Schritt sprechen, kritisieren andere den fehlenden Langmut des Vereins im Umgang mit Umbruchphasen. Diskussionen gibt es auch zu möglichen Nachfolgern: Namen wie Oliver Glasner und Adi Hütter wurden bereits in der Presse gehandelt, bisher gibt es jedoch keine offizielle Tendenz. Außerdem ist auffällig, dass Eintracht Frankfurt mit 33 Punkten auf Rang 6 steht, den Kontakt zu den direkten Champions-League-Plätzen jedoch zuletzt verspielt hat.

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