Morgens schon im Hamsterrad
Der Start in den Tag fühlt sich für viele Lehrerinnen und Lehrer gar nicht wie ein Neubeginn an, sondern eher wie der nächste Abschnitt eines endlosen Sprints. Noch vor dem Frühstück kreisen die Gedanken um Rückmeldungen, Korrekturen, Notizen für die nächste Konferenz, wo dann auch wieder neue Aufgaben verteilt werden.
'Oft habe ich das Gefühl, schon beim ersten Kaffee völlig überrannt zu sein', erzählt eine Lehrerin aus Berlin anonym. Es komme einem vor, als komme man nie über die Mindestgeschwindigkeit hinaus. Immer mehr Lehrkräfte sprechen davon – und die Zahlen belegen es: Global sind drei Viertel von ihnen von Stress oder psychischer Überlastung betroffen, in Deutschland kämpft sogar die große Mehrheit tagtäglich mit Zeitdruck, Schlafproblemen und seelischer Ermüdung.
Lehren heißt Jonglieren
Wer unterrichtet, jongliert längst mit mehr als nur Lehrplänen und Stundenplänen. Lehrkräfte sind Brückenbauer, Gesprächspartner, Schlichter, Mutmacher – und oft müssen sie Lücken füllen, für die es im System keine Betreuung gibt.
'Die Lasten wachsen beständig, die Zeit dafür nimmt aber eher ab', sagt Schnier. Dazu kommen die Herausforderungen durch Digitalisierung, die Unterschiedlichkeit in den Klassenräumen, kurzfristige Stundenwechsel, ständiges Erreichbar-Sein, Akten und Bürokratie.
Der langsame Raubbau an der eigenen Kraft
Schnier weiß, wovon sie spricht – sie ist den Weg selbst gegangen, bis die permanente Erschöpfung sie eingeholt hat. Das Problem: Oft passiert das leise. Kleine Stressoren, spontaner Elternabend, unvorhergesehene Konflikte, To-dos, die wachsen – und irgendwann merkt man, dass an Erholung kaum mehr zu denken ist.
'Ich habe wahnsinnig lange einfach immer nur durchgezogen', erinnert sich Schnier. Am Ende standen typische Burnout-Anzeichen: schlechter Schlaf, permanente Unruhe, der Rückzug ins Private.
Messeneindrücke: Lesen, Lernen, Loslassen
Auf der didacta und der Leipziger Buchmesse will Schnier Wege aufzeigen, wie man gegen den Strom schwimmt. Neben Lesungen zum Buch gibt sie Workshops mit praktischen Übungen und gewährt Einblick in eigene Methoden zur Prävention – ein bisschen lockerer und alltagsnaher als manch akademischer Vortrag. Ganz praktisch wird es mit dem Stand-up-Paddling: Ein Gewinnspiel für ein SUP-Board bringt das Thema zudem spielerisch ins Messegeschehen.
Für Schnier ist der Sport auf dem Wasser keine Nebensache: 'Das Paddeln hat für mich etwas Versöhnliches – der Rhythmus, das Gleichgewicht, die Bewegung. Es geht um Stabilität durch Flexibilität.'
Mentale Gesundheit – mehr als Privatsache
Keine Lehrkraft ist eine Insel. Die Überlastung ist kein individuelles Versagen, sondern ein Spiegelbild einer Schule unter Druck und einem System, das sich verändern muss: Lehrkräftemangel, lernende Vielfalt, Digitalisierung, Administration – die Mischung ist explosiv. Fehlt es an Strategien, wächst der Druck spiralförmig weiter.
Schnier setzt auf mehr offene Gespräche: 'Wenn Schule stark sein soll, dürfen die Menschen darin nicht schwach zurückgelassen werden.' Ihr Ansatz: Sensibilisierung, praktische Tipps, gemeinsames Nachdenken – und das mit einer Prise Humor und Lebendigkeit.
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Presse: Stefanie Schnier
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Der Beruf des Lehrers verlangt zunehmend mehr als nur die Vermittlung von Wissen – Lehrkräfte jonglieren täglich mit vielfältigen Rollen, was die Gefahr von psychischer Überlastung steigen lässt. Stefanie Schnier, selbst mit den Herausforderungen vertraut, setzt sich auf den Messen in Köln und Leipzig sowie in ihrem Buch dafür ein, mentale Gesundheit im Bildungsbereich offen zu thematisieren und praktikable Gegenmaßnahmen ins Gespräch zu bringen, darunter Bewegung, Vernetzung und Selbstfürsorge. Aktuelle Berichte besagen, dass der Lehrkräftemangel in Deutschland den Druck auf die bestehenden Kräfte verschärft und neben struktureller Veränderung auch gesellschaftliche Wertschätzung ein wesentlicher Faktor für bessere Belastungsbalance bleibt. Studien aus den letzten Wochen zeigen außerdem: Die Zahl der Burnout-Diagnosen bei Pädagogen steigt bundesweit messbar, und Initiativen für mehr Prävention, Supervision und Entlastung werden etwa von Lehrerverbänden, Bildungsministerien und Gewerkschaften gefordert. Zusätzlich empfehlen Fachleute gezielte Resilienztrainings an Schulen, eine Reduktion bürokratischer Hürden und intensivere kollegiale Unterstützung, um dem Trend zu wachsender Erschöpfung entgegenzuwirken.