Senioren-Union geht bei Rentenfrage auf Distanz zu Merz

Hubert Hüppe, der Chef der Senioren-Union innerhalb der CDU, rückt von Aussagen des CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz ab. Merz hatte geäußert, die gesetzliche Rente werde künftig nur noch die Grundsicherung bieten, worauf Hüppe mit deutlicher Kritik antwortet.

vor 36 Minuten | 2 mal gelesen

„Uns in der Senioren-Union ist wichtig, dass auch Menschen, die ihr Leben lang, also 45 Jahre, Beiträge gezahlt und gearbeitet haben, am Ende deutlich mehr in der Tasche haben als nur die Grundsicherung – auch dann, wenn sie einen Mindestlohn-Job hatten“, betonte Hüppe im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Es ist für mich schlicht nicht nachvollziehbar, wieso jemand, der jahrzehntelang malocht hat, sich dann überlegen muss, ob es sich überhaupt ‚lohnt‘, zu arbeiten, anstatt Bürgergeld zu erhalten. Im schlimmsten Fall, denke ich, würden solche Gedankenspiele sogar Schwarzarbeit weiter fördern, frei nach dem Motto: Die Mühe zahlt sich ja ohnehin nicht aus. Und das kann nun wirklich keiner wollen.

Die Debatte um die Zukunft der Rente bleibt ein großes Streitthema in der deutschen Politik. Während Merz offenbar eine stärkere Betonung auf die private Altersvorsorge und eine Minimalisierung der gesetzlichen Rente zu einer bloßen Basisabsicherung legt, schlägt Hüppe Alarm: Wenn Menschen selbst nach jahrzehntelanger Arbeit nur knapp über die Grundsicherung hinauskommen, wird das Vertrauen in das gesamte Rentensystem geschwächt. Experten und Sozialverbände sehen ebenfalls die Gefahr, dass sich immer mehr Menschen vom System abwenden, das ohnehin mit demografischen Herausforderungen kämpft. Inzwischen schlägt die Bundesregierung Maßnahmen wie die Aktienrente oder ein „Generationenkapital“ als Ergänzung vor (so auch auf www.sueddeutsche.de), weshalb das Thema Rentenreform in der gesamten Gesellschaft hohe Wellen schlägt.

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