Manchmal reicht ein Blick auf die Zahlen, um zu begreifen, wie sehr sich Essgewohnheiten verändern: Nicht weniger als 44 Prozent der 25- bis 34-Jährigen hätten gern mehr Platz im Gefrierfach – das sind acht Prozentpunkte mehr als im Marktdurchschnitt. Und selbst in der jüngeren Altersgruppe (18 bis 24) sieht es ähnlich aus. Das Klischee von der einsamen Tiefkühlpizza für alle, die keine Zeit zum Kochen haben, scheint passé. Der Grund ist erstaunlich: Es geht nicht ums schnelle Überleben zwischen Vorlesung und Job, sondern immer mehr um bewussten Lifestyle. Vielleicht spielen neue Trend-Küchengeräte wie der Airfryer eine Rolle. Immerhin berichtet ein nicht unerheblicher Teil, mittlerweile öfter zu TK-Produkten zu greifen, seit solche Geräte in den eigenen vier Wänden stehen. Besonders interessant: TikTok avanciert für viele zum Rezeptbuch der nächsten Generation – dort holen sich vor allem Jüngere Inspiration rund um Tiefkühlwaren. Überraschend (aber eigentlich auch wiederum nicht): Laut Max-Rubner-Institut nutzen ganze 72 Prozent der 18- bis 29-Jährigen Social Media als Infoquelle für Ernährung – kein Wunder also, dass Foodtrends viral gehen.
Tiefkühlkost genießt dabei ein besseres Image, als manche vermuten. Nicht zuletzt, weil Wissenschaftler inzwischen belegen können, dass tiefgekühlte Produkte sogar eine Zeit lang mehr Vitamine oder Nährstoffe enthalten können als so manch frisches Gemüse, das tagelang im Kühlschrank dümpelt. Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft essen 71 Prozent der Befragten – immerhin! – täglich Obst oder Gemüse. TK-Produkte machen es leichter, denn viele durchdachte Mischungen sind praktischer als der Kauf von sieben einzelnen Gemüsesorten. Ganze 70 Prozent der Leute meinen inzwischen, dass Gefrierkost sie bei einer gesünderen Ernährung unterstützt. Und 85 Prozent schätzen, dass Vitamine und Nährstoffe beim Frost erhalten bleiben. Fast schon kurios ist, dass 38 Prozent gern Saisonales einfrieren, um das ganze Jahr über darauf zugreifen zu können.
Die neue Lust am Gefrierschrank hat auch mit Gesellschaftstrends zu tun: Essen soll fix gehen (das sah 2015 noch ganz anders aus) und trotzdem gesund sein. TK-Produkte wie geschnittenes Gemüse oder gewürzte Mischungen sind perfekte Helfer für alle, die wenig Zeit und dennoch Ansprüche an die Ernährung haben. Wer hätte gedacht, dass das Gefrierfach irgendwann zum Synonym für gesunden Pragmatismus wird – und ganz nebenbei zum sozialen Treffpunkt im Kühlschrank.
Jüngere Erwachsene in Deutschland nutzen das Gefrierfach heute viel aktiver und bewusster als ältere Generationen. Tiefkühlwaren profitieren vom Trend zu schnellen, aber gesunden Mahlzeiten sowie von Social-Media-Hypes, in denen z.B. der Airfryer als Universalgerät und Plattformen wie TikTok als Inspirationsquelle dienen. Studien bestätigen zudem: Tiefgefrorenes Obst und Gemüse kann in Sachen Nährstoffen mit Frischem konkurrieren und trägt dazu bei, dass gesunde Ernährung auch für Eilige leichter wird. – In jüngsten Nachrichten wird der Trend noch ausgeweitet: Laut taz und Zeit wird aktuell verstärkt diskutiert, wie Tiefkühlkost helfen kann, Lebensmittelverschwendung zu verringern und gesunde Ernährung in sozial schwächeren Gruppen zugänglicher zu machen. Die Süddeutsche Zeitung berichtet über neue nachhaltige Produktionsmethoden von TK-Anbietern und den Wandel vom Billig-Image hin zu mehr Qualität und Regionalität. Auf Spiegel.de wird außerdem die Frage behandelt, wie moderne Familien durch cleveres Vorkochen und Einfrieren Zeit und Geld im Alltag sparen können.