Überraschendes Ende: Bundeswehr-Team verlässt Grönland

Ein deutscher Bundeswehrtrupp unter Führung von Flottillenadmiral Stefan Pauly ist offenbar kurzfristig aus Grönland abgereist. Nach einem nur kurzen Aufenthalt beobachtete ein Reporter der "Bild"-Zeitung das Team am Flughafen von Nuuk, bereit zum Abflug Richtung Kopenhagen.

heute 13:40 Uhr | 3 mal gelesen

Wer am vergangenen Sonntag in Nuuk am Flughafen war, dürfte sich über das ungewohnte Bild deutscher Uniformen gewundert haben. Noch vor Kurzem hatte es geheißen, die 15 Soldaten – gerade erst zum Erkunden potenzieller Stützpunkte auf der riesigen Insel eingetroffen – würden deutlich länger bleiben. Doch dann hieß es ganz plötzlich: Sachen packen, Rückflug. Weder vor Ort noch aus Berlin gab es offiziell ein Warum, kein Statement, keine nähere Erklärung. Laut Medienberichten kam der Rückzugsbefehl in aller Frühe – fast schon filmreif, wie die Männer da in ein Zivilflugzeug stiegen. Ursprünglich sollte die Mission Aufschluss darüber geben, wie sich Bundeswehr und Nato künftig in der Arktis aufstellen könnten. Dass jetzt so abrupt Schluss ist, lässt allerlei Raum für Spekulationen: Hängt das mit den verhärteten Fronten nach dem gescheiterten Treffen der Außenminister in Washington zusammen? Oder spielt Donald Trumps Zollpolitik da irgendwie rein? Seriös beantworten kann das momentan niemand. Klar ist nur: Mancher wird sich insgeheim fragen, was hinter den Kulissen wirklich gelaufen ist.

Die unerwartete Abreise des Bundeswehr-Erkundungsteams aus Grönland hat zahlreiche Fragen aufgeworfen, nicht nur hinsichtlich der Kommunikationspolitik der Bundesregierung. Obwohl offiziell keine Gründe für den schnellen Rückzug genannt wurden, deuten politische Beobachter darauf hin, dass die geopolitische Lage in der Arktis zunehmend angespannt ist und Grönland angesichts der strategischen Interessen der USA, Russlands und Chinas in den Fokus rückt. Laut Medien aus Dänemark könnte sich der Bundeswehr-Abzug in eine breitere Dynamik sicherheitspolitischer Abstimmungen in der Region einreihen; mehrere Experten sehen einen möglichen Zusammenhang mit jüngsten US-Sanktionen und verschärften Verhandlungen zwischen NATO-Staaten über eine stärkere militärische Präsenz in der Arktis. Auch deutsche Politiker äußern sich zunehmend kritisch über die mangelnde Transparenz solcher Einsätze, wie ein Bericht der Süddeutschen Zeitung zeigt, und fordern bessere Abstimmung auf europäischer Ebene bei sicherheitsrelevanten Entscheidungen in sensiblen Gebieten.

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