Manchmal kommt alles auf einmal – und an der Wall Street zuckt man nur müde mit den Schultern. Nachdem die USA und Israel den Iran angegriffen haben, hätte man an den Finanzmärkten Panik erwarten können. Doch das große Beben blieb aus. Am Montagabend schloss der Dow Jones bei 48.904 Punkten, ein mickeriger Verlust von 0,2 Prozent. S&P 500 schnupperte sogar kurz die Plusluft (knapp 6.880 Punkte), während der Nasdaq 100 minimal zulegte. Offenbar sind geopolitische Krisen an den internationalen Märkten längst eingepreist – oder zumindest bis zu einem gewissen Grad. Analysten sehen den Hauptgrund darin, dass die USA beim Öl weniger auf Importe angewiesen sind; Energieengpässe wie früher sind unwahrscheinlich. Dennoch – ein schwelender Krieg, sagen einige Stimmen, hat immer das Potenzial, die Märkte doch noch ins Schlingern zu bringen. Am Devisenmarkt war der Euro mit 1,1691 Dollar schwächer unterwegs, und überraschend: Gold als Krisenschutz kletterte auf stolze 5.334 Dollar je Unze. Auch Rohöl wurde plötzlich teuer – Brent-Öl sprang fast neun Prozent nach oben auf 79,25 Dollar pro Fass. Fazit: Die Nerven an der Börse sind ein bisschen dicker geworden. Oder vielleicht ist es auch bloß Fatalismus.
Obwohl es am Montag militärische Eskalationen im Nahen Osten gab, haben sich die wichtigsten US-Aktienindizes nur wenig bewegt. Die leichte Schwäche des Euro und die Anstiege bei Gold und Öl spiegeln das Misstrauen und die Vorsicht der Märkte wider, obwohl größere Panik derzeit ausbleibt. Angesichts wachsender Unsicherheiten könnten weitere Entwicklungen aber für Turbulenzen sorgen; Analysten bleiben skeptisch hinsichtlich der Auswirkungen einer möglichen Kriegsausweitung.
In den vergangenen Stunden meldeten zahlreiche Medien, dass die geopolitische Lage aufgrund der Angriffe auf den Iran weiterhin angespannt bleibt. Einige Experten von CNN und Reuters betonen, dass die Finanzmärkte zwar kurzfristig robust erscheinen, jedoch auf längere Sicht empfindlich auf weitere Eskalationen reagieren könnten: vor allem, falls die Ölversorgung aus dem Nahen Osten länger beeinträchtigt wird. Weiterhin berichtete das Wall Street Journal über die anhaltende Nervosität einiger europäischer Börsen, wobei vor allem zyklische und energieintensive Branchen mit Kursverlusten zu kämpfen haben.