Bundestag stimmt für neuen Freundschaftsvertrag mit Großbritannien

Mit einer deutlichen Mehrheit hat der Bundestag dem sogenannten Freundschaftsvertrag mit Großbritannien zugestimmt, den Kanzler Friedrich Merz und Premierminister Keir Starmer schon im letzten Sommer unterzeichnet hatten.

heute 10:15 Uhr | 4 mal gelesen

Die politische Unterstützung kam am Donnerstag vor allem aus den Reihen der Regierungskoalition und der Grünen – wenig überraschend vielleicht, aber trotzdem bemerkenswert in diesen Zeiten tiefgreifender außenpolitischer Unsicherheiten. Die AfD lehnte den Vertrag ab, die Linken saßen zwischen den Stühlen und enthielten sich. Das zugrundeliegende Dokument, 27 Seiten stark und auf die üblichen bürokratischen Floskeln getrimmt, öffnet die Tür für eine intensive Kooperation in traurigerweise weltbewegenden Bereichen: Militärische Verteidigung, Außenpolitik, Migration, Handelsfragen und noch ein paar gefühlte Baustellen mehr. Besonders auffällig ist das im Vertrag verankerte gegenseitige Versprechen, bei Angriffen mehr zu tun als nur freundlich zu protestieren: Militärische Hilfe steht ausdrücklich im Vertrag. Quasi eine Nato-Plus-Klausel – falls man es so nennen will. Klingt eigentlich wie durchdchter Pragmatismus nach dem Brexit-Chaos. Direkt wird betont: Eine Gefahr für das eine Land wird automatisch als Bedrohung für beide gewertet. Zugegeben, ob das wirklich den großen Unterschied macht? Ich bin mir nicht sicher, aber ein Schritt in Richtung Partnerschaft ist es zweifellos.

Der deutsche Bundestag hat am Donnerstag grünes Licht für den sogenannten Freundschaftsvertrag mit Großbritannien gegeben, den Friedrich Merz und Keir Starmer bereits im Sommer 2023 unterschrieben hatten. Das Papier setzt auf Zusammenarbeit bei Sicherheit, Verteidigung, Handel und Migrationsfragen und geht mit einer Beistandsklausel, die über die NATO-Übereinkunft hinausgeht, neue Wege. Die Entscheidung markiert einen wichtigen Moment, gerade in einer Zeit, in der geopolitische Unsicherheiten zunehmen: Die Partnerschaft mit London wird dadurch sichtbar gestärkt. Weitere Details und aktuelle Entwicklungen: Nach der Abstimmung betonten Vertreter beider Länder die symbolische und strategische Bedeutung des Abkommens angesichts wachsender globaler Herausforderungen – insbesondere Russlands Krieg gegen die Ukraine und Chinas zunehmende Präsenz. Das Abkommen sieht für beide Seiten auch engere Abstimmungen im Energiebereich, etwa bei Wasserstoff und erneuerbaren Energien, sowie gemeinsame Standards bei Technologien vor. Kritische Stimmen monierten, dass der Vertrag kein Ersatz für frühere EU-Regelungen sei und ohne Großbritannien als Teil des Binnenmarktes Handelshürden bestehen bleiben. Gleichzeitig hob die britische Regierung hervor, dass die Zusammenarbeit mit Berlin auch nach dem Brexit zukunftsweisend sei. Laut aktuellen Berichten läuft parallel die Konsultation beider Parlamente zur Umsetzung konkreter Projekte.

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