Laut Daten einer Forsa-Befragung im Auftrag von RTL und ntv sind 57 Prozent der Befragten gegen einen Militärschlag der USA und Israels gegen Ziele im Iran. Nur 29 Prozent würden ein solches Vorgehen unterstützen, während 14 Prozent sich nicht festlegen wollen – ein nicht zu unterschätzender Anteil, der oft in der öffentlichen Debatte untergeht. Auffällig: In Ostdeutschland lehnen satte 73 Prozent einen Angriff ab, während im Westen die Ablehnung zwar auch überwiegt, aber nicht ganz so deutlich ausfällt. Politisch gibt es ein paar recht eindeutige Gräben: Lediglich bei Wählern von CDU/CSU ist die Zustimmung mit 54 Prozent leicht in der Mehrheit, bei SPD, Grünen, Linken und AfD überwiegt das Nein klar.
Interessant und, wenn man ehrlich ist, vielleicht auch ein wenig widersprüchlich: Nur 42 Prozent fordern, dass die Bundesregierung die USA und Israel für das Vorgehen im Iran stärker kritisieren sollte. 45 Prozent halten das für übertrieben, der Rest bleibt unentschieden. Die Forderungen nach schärferer Kritik kommen besonders deutlich von Grünen- (66 Prozent) und Linken-Anhängern (72 Prozent) – während CDU/CSU- und AfD-Wählerschaft das deutlich ruhiger sieht, teils sogar mehrheitlich ablehnt.
Spannend auch, dass beim Thema „Regimesturz“ die Meinungen beinahe exakt gespalten sind: 44 Prozent halten einen solchen infolge des Angriffs für wahrscheinlich, 44 Prozent für nicht wahrscheinlich – und 12 Prozent geben an, sich nicht festlegen zu wollen. Wie so oft zeigt sich: Wer dem Angriff positiv gegenübersteht, rechnet auch eher mit einem Regimewechsel (bei ihnen sind es stolze 65 Prozent). Unter CDU/CSU-Fans glaubt immerhin gut die Hälfte an einen Umbruch.
Die Forsa-Umfrage spiegelt ein insgesamt skeptisches Bild der deutschen Öffentlichkeit gegenüber militärischen Interventionen im Iran wider. Sie offenbart zudem deutliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland sowie zwischen verschiedenen politischen Lagern in Bezug auf die Bewertung militärischer Schritte und der Forderung nach kritischerer Haltung der Bundesregierung gegenüber den USA und Israel. Hintergrund ist die aktuelle Zuspitzung der Lage im Nahen Osten, bei der viele Deutsche offenbar größere Eskalationen und unvorhersehbare Folgen fürchten. Neue Recherchen zeigen zudem, dass der Iran nach jüngsten Luftschlägen vermehrt mit Raketentests und Drohendiplomatie reagiert, während die Bundesregierung sich in der offiziellen Kommunikation auffällig zurückhält – vielleicht ein Zeichen, wie sehr außenpolitische Entscheidungen hierzulande zwischen Realpolitik und öffentlicher Meinung balancieren müssen.