Kretschmer: 'Das AfD-Programm ist wirklich abwegig'

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer warnt eindringlich vor einer möglichen Regierungsübernahme der AfD in Sachsen-Anhalt – und spart nicht mit harscher Kritik am Parteiprogramm.

heute 08:02 Uhr | 5 mal gelesen

Wenn ich mir anschaue, was die AfD in Sachsen-Anhalt als Ziele formuliert, kann ich ehrlich nur den Kopf schütteln: Da steht etwa die Abschaffung der Schulpflicht drin – wie soll das bitte funktionieren? Kretschmer, der sich in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung äußerte, spricht gar von einer 'verrückten' Idee. Ebenso wenig kann er verstehen, warum die AfD sich als Bewahrerin christlicher Werte aufspielt, aber gleichzeitig plant, den Kirchen die finanziellen Mittel zu streichen. Mit Umfragewerten, die sich der 40-Prozent-Marke nähern, nimmt die Debatte über mögliche Folgen einer Regierungsübernahme durch die AfD an Schärfe zu. Kretschmer betont, wie sehr politische Führung die Richtung eines Landes bestimme – das gelte schon auf der Ebene von Landräten oder Oberbürgermeistern. Deshalb wolle die CDU gemeinsam mit Sven Schulze alles daran setzen, eine Landesregierung unter AfD-Führung zu verhindern. Interessant auch: Kretschmer lobt indirekt die SPD-Ministerpräsidentin Stralsunds, Manuela Schwesig, als 'besonders durchsetzungsstark' und spricht sich für erfahrene Persönlichkeiten in Schlüsselfunktionen aus. Dem Gedanken, dass man die AfD durch Regierungsbeteiligung „entzaubern“ könne, erteilt Kretschmer eine deutliche Absage. Man dürfe sich laut ihm nicht auf Demonstrationen oder bloße Lippenbekenntnisse verlassen, sondern müsse durch handfeste Politik zeigen, dass Institutionen und demokratische Verfahren tatsächlich Lösungen bieten. Das, räumt er ein, gelinge im Moment für viele Menschen offensichtlich nicht befriedigend. Vielleicht, so könnte man mutmaßen, liegt darin auch der Kern des Problems.

Die politische Debatte in Ostdeutschland wird von steigenden Umfragewerten der AfD und deren möglicher Regierungsbeteiligung in Sachsen-Anhalt geprägt. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) kritisiert das Programm der AfD als realitätsfern, insbesondere in Bereichen wie Bildungspolitik sowie im Verhältnis zur Kirche. Er verweist darauf, dass der Widerstand gegen eine AfD-Regierung auf konstruktive politische Arbeit und überzeugende demokratische Lösungen setzen müsse, da Proteste oder Abgrenzungen allein nicht ausreichen. – Ergänzungen aus aktuellen Recherchen: Seit Anfang Juni wächst die Sorge vieler demokratischer Parteien vor einem politischen Erdrutsch zugunsten der AfD in mehreren ostdeutschen Bundesländern weiter, was die gesellschaftliche Polarisierung verschärft. Bekannte Medienhäuser wie die FAZ, Zeit und Spiegel berichten mehrfach wöchentlich über die Auswirkungen des immensen Umfrageschubs, die Spaltung im Parteienspektrum und interne Diskussionen zur künftigen Zusammenarbeit im Falle von AfD-Erfolgen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass auf kommunaler Ebene bereits erste Erfahrungen mit AfD-Mehrheiten gemacht wurden, die zu sozialen Spannungen und institutionellen Konflikten führten, wie Analysen aus Thüringen und Sachsen zeigen.

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