Die aktuelle Krisenstimmung in der Automobilbranche macht sich bei Bosch deutlich bemerkbar. Der Konzern fährt bereits einen harten Sparkurs: Bis 2030 sollen etwa 22.000 Stellen, hauptsächlich im Zulieferbereich, gestrichen werden – ein Schritt, der von Unsicherheit und Widerständen in der Belegschaft begleitet wird. In den letzten Tagen gab Hartung zu verstehen, dass die wirtschaftliche Entwicklung noch weitere Einschnitte nötig machen könnte. Die Diskussion um das Verbrennerverbot in Europa verstärkt die Unsicherheit, denn Bosch steht wie viele andere Zulieferer vor einer ungewissen Zukunft. Gerade jüngste Berichte zeigen, dass die gesamte Branche angesichts stagnierender Nachfrage, hoher Energiekosten und einer nur schleppenden Transformation zu E-Mobilität mit dem Rücken zur Wand steht. Folgt man etwa der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und "Süddeutschen Zeitung", ziehen sich die Automobilhersteller und Zulieferer auf Kernbereiche zurück und setzen massiv auf Automatisierung, um Kosten zu senken. Dabei wird immer deutlicher, dass der sozialverträgliche Umbau ambitionierter ist als gedacht: Sozialpläne, interne Umschulungen und neue Geschäftsmodelle reichen kaum aus, um die Wucht des Wandels abzufedern. Zuletzt wurde auch die Hoffnung vieler Beschäftigter enttäuscht, dass die Politik für mehr Planungssicherheit sorgt – etwa, indem sie den Umstieg auf CO2-neutrale E-Fuels und Hybride pragmatischer fördert. Ein Ringen um die künftige Ausrichtung und ein unsicheres Durchhalten prägen somit die Atmosphäre nicht nur bei Bosch, sondern in der gesamten Branche.
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