Bosch in der Zwickmühle: Noch mehr Jobverluste in der Autoindustrie möglich?

Das Stühlerücken bei Bosch könnte dramatischer ausfallen als angenommen – der Konzern denkt laut über tiefere Einschnitte nach.

vor 56 Minuten | 2 mal gelesen

Stefan Hartung, Bosch-Chef mit ernster Miene, ließ kürzlich in einem Interview mit der Funke-Mediengruppe durchblicken, dass die ohnehin schon geplanten Stellenstreichungen bei Bosch in Deutschland womöglich noch ausgeweitet werden müssen. 'Sollten die Schwierigkeiten in der Automobilbranche weiter zunehmen, bleibt uns wohl keine andere Wahl', räumte er ein. Bislang steht der Abbau von rund 22.000 Jobs auf der Agenda, verteilt bis 2030 – vorwiegend im Bereich der Autozulieferung. Dass viele in der Belegschaft damit nicht ruhig schlafen, versteht sich fast von selbst. Das Management bemüht sich laut Hartung, Härtefälle mit Frührente und anderen sozialverträglichen Mitteln abzufedern. Sollte das Umfeld nicht weiter abrutschen, bleiben sie aber bei diesem (schon schmerzhaften) Fahrplan. Mit Blick auf das geplante Verbrenner-Aus in Europa nach 2035 zeigte Hartung wenig Vertrauen, dass solche Vorgaben wirklich gehalten werden. Europa laufe Gefahr, bei der Mobilitätswende ins Hintertreffen zu geraten – vor allem im Vergleich zu anderen Weltregionen, in denen der klassische Motor weiter rollen darf. Hybridautos sieht er als einen möglichen Kompromiss, aber auch hier bleibt Zurückhaltung: Die Politik müsse erst noch liefern.

Die aktuelle Krisenstimmung in der Automobilbranche macht sich bei Bosch deutlich bemerkbar. Der Konzern fährt bereits einen harten Sparkurs: Bis 2030 sollen etwa 22.000 Stellen, hauptsächlich im Zulieferbereich, gestrichen werden – ein Schritt, der von Unsicherheit und Widerständen in der Belegschaft begleitet wird. In den letzten Tagen gab Hartung zu verstehen, dass die wirtschaftliche Entwicklung noch weitere Einschnitte nötig machen könnte. Die Diskussion um das Verbrennerverbot in Europa verstärkt die Unsicherheit, denn Bosch steht wie viele andere Zulieferer vor einer ungewissen Zukunft. Gerade jüngste Berichte zeigen, dass die gesamte Branche angesichts stagnierender Nachfrage, hoher Energiekosten und einer nur schleppenden Transformation zu E-Mobilität mit dem Rücken zur Wand steht. Folgt man etwa der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und "Süddeutschen Zeitung", ziehen sich die Automobilhersteller und Zulieferer auf Kernbereiche zurück und setzen massiv auf Automatisierung, um Kosten zu senken. Dabei wird immer deutlicher, dass der sozialverträgliche Umbau ambitionierter ist als gedacht: Sozialpläne, interne Umschulungen und neue Geschäftsmodelle reichen kaum aus, um die Wucht des Wandels abzufedern. Zuletzt wurde auch die Hoffnung vieler Beschäftigter enttäuscht, dass die Politik für mehr Planungssicherheit sorgt – etwa, indem sie den Umstieg auf CO2-neutrale E-Fuels und Hybride pragmatischer fördert. Ein Ringen um die künftige Ausrichtung und ein unsicheres Durchhalten prägen somit die Atmosphäre nicht nur bei Bosch, sondern in der gesamten Branche.

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