Grüne fordern Gegenstrategie: EU soll Trumps Strafzölle selbstbewusst kontern

Nach der Ankündigung von US-Strafzöllen auf europäische Produkte reagiert Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann mit deutlicher Kritik an der Bundesregierung und fordert eine geschlossene europäische Antwort.

heute 14:41 Uhr | 1 mal gelesen

Haßelmann betont, dass die EU nun Stärke demonstrieren müsse: "Wir dürfen nicht einfach einknicken, sobald Trump neue Forderungen stellt oder Drohungen ausspricht." Stattdessen gelte es, ein starkes Signal der Solidarität und Souveränität nach außen zu senden. Dazu seien schnelle und einheitliche Gegenzölle nötig – Streitereien innerhalb der EU seien jetzt fehl am Platz. Laut Haßelmann sei das "Zeitalter des Abwartens vorbei"; sie weist Versuche der CDU, sich Trump diplomatisch anzunähern, als gescheitert zurück. Die Grünen plädieren zudem für eine transnationale Gegenmacht gegen unfairen Protektionismus, um das Gewicht Europas auf der globalen Bühne klarzumachen. Lea Reisner (Die Linke) sieht in Trumps Vorgehen einen Beweis dafür, dass die USA ihre Rolle als verlässlicher Partner verloren haben. Vielmehr seien wirtschaftlicher Druck und militärische Drohungen inzwischen Standardrepertoire der US-Politik. Deshalb brauche Deutschland eine eigenständige Außenpolitik, die neue Partnerschaften mit Fokus auf Frieden und wirtschaftliche Zusammenarbeit anstrebe – weg von einseitiger Abhängigkeit. Alice Weidel (AfD) dagegen fordert nicht mehr Konfrontation, sondern gezielte Deeskalation: Die Bundesregierung solle auf Verhandlungen und Kompromisse setzen, um den Handelskonflikt mit den USA nicht eskalieren zu lassen. "Was wir jetzt nicht brauchen, sind Muskelspiele – das schadet vor allem unserer eigenen Wirtschaft."

Die Europäische Union steht einmal mehr vor der Herausforderung, auf amerikanische Zollandrohungen zu reagieren – das ruft politische Allianzen und neue Strategien auf den Plan. Während Spitzenpolitiker*innen wie Haßelmann und Reisner verstärkt auf Eigenständigkeit und kollektiv motivierte Gegenmaßnahmen drängen, mahnt die AfD-Spitze zu Besonnenheit und Gesprächsbereitschaft. Hintergrund ist die zunehmende Unsicherheit über die außen- und wirtschaftspolitische Verlässlichkeit der USA, insbesondere unter Trumps Führung, was in den letzten 24 Stunden in zahlreichen Analysen (u.a. auf FAZ.net, SZ.de und ZEIT.de) in Bezug auf Europas wirtschaftliche Handlungsfähigkeit, die Rolle multilateraler Bündnisse und protektionistische Tendenzen intensiv diskutiert wurde. Nach neuesten Berichten plädiert die EU-Kommission für eine stärkere gemeinsame Wirtschaftspolitik und prüft bereits konkrete Gegenzölle gegen US-Produkte. In anderen Artikeln wurde betont, dass ein Handelskrieg der europäischen Industrie, etwa den deutschen Autoherstellern, existenziell schaden könnte, und dass deshalb pragmatische Kompromisse – etwa durch sektorübergreifende Abkommen – verhandelt werden sollten. Auch das Thema Diversifizierung internationaler Partnerschaften, weg von der Abhängigkeit von den USA, aber auch von China, gewinnt so an Aktualität und politischer Brisanz.

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