Ehemaliger Monopolwächter mahnt: Spritpreise genau im Auge behalten

Achim Wambach, der einst die Monopolkommission leitete, appelliert energisch an Bundesregierung und Kartellamt, nicht nur einen schnellen Blick, sondern wachsame Augen auf die Entwicklung der Spritpreise zu werfen. Frühzeitige Markt-Eingriffe sollen kein Tabu sein, sollte sich das Preisniveau weiter erhitzen.

heute 12:20 Uhr | 5 mal gelesen

Wenn sich die Preise an den Tankstellen im Takt mit den Bewegungen auf dem Weltmarkt verändern, ist das zunächst kein Grund für Argwohn. So sieht es zumindest Achim Wambach, der als erfahrener Marktbeobachter gilt. Für ihn ist ein Anstieg der Spritpreise, wenn Rohöl teurer wird, erst mal ein Zeichen für einen halbwegs intakten Wettbewerb. Trotzdem: 'Das Bundeskartellamt sollte aufmerksam bleiben', mahnt er und verweist darauf, dass große Marktakteure nicht durch übertriebene Preisaufschläge Kasse machen dürfen. Die Monopolkommission stößt hierbei allerdings an Grenzen, denn sie hat mehr beratende Funktion und kann selbst keine Strafen verhängen. Auch die Bundesregierung sieht Wambach in der Pflicht: Sie müsse die internationalen Preisschwankungen beim Öl und Gas im Blick behalten – immerhin hängen an diesen Rohstoffen gewaltige Teile der Wirtschaft. Noch brauche es zwar keine Eingriffe, aber: Bleibt das Preisniveau länger hoch, könnten staatliche Maßnahmen unausweichlich werden. Vorbereitung sei das A und O, sagt Wambach. Eine Spritpreisbremse, wie sie immer mal wieder diskutiert wird, bleibt also für ihn eher das letzte Mittel – aber eben eines, das notfalls schnell aktiviert werden sollte.

Im Kern fordert Achim Wambach, der als prominente Stimme in Sachen Wettbewerb gilt, ein aufmerksames Monitoring der Spritpreise durch die Behörden. Er sieht aktuell keine dramatische Marktverzerrung, warnt jedoch davor, Großanbietern zu viel freien Lauf zu lassen, falls die Energiepreise auf längere Sicht hoch bleiben. Neuere Berichte greifen ähnliche Sorgen auf: Laut taz hat das Bundeswirtschaftsministerium mittlerweile angekündigt, die Preisentwicklung an den Zapfsäulen akribisch zu verfolgen und im Austausch mit dem Kartellamt zu bleiben. Die FAZ berichtet, dass die Europäische Kommission Preismonitoring-Instrumente anstoßen will, um mögliche Preismanipulationen transparenter zu machen. Bei der Süddeutschen wird darüber hinaus betont, dass zusätzliche Einflussfaktoren – zum Beispiel gestiegene Raffineriekosten oder geopolitische Unsicherheiten – neue Preisdynamiken anheizen könnten.

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