ADV fordert staatliche Entlastung für Airlines: Tankrabatt soll Abhilfe schaffen

Angesichts explodierender Kerosinpreise und zunehmend unsicherer Treibstoffversorgung hofft der deutsche Flughafenverband, die Regierung ziehe die Notbremse – am liebsten per Luftverkehrsteuer-Aussetzung.

heute 14:47 Uhr | 3 mal gelesen

Es klingt fast wie ein Abziehbild aus alten Tankstellenzeiten, nur dass jetzt nicht die Autofahrer im Mittelpunkt stehen, sondern die Flugbranche: Ralph Beisel, Chef des ADV (Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen), trommelt für einen 'Tankrabatt'. Dabei denkt er aber weniger an Schnäppchen an der Zapfsäule, sondern an eine rasche, wenn auch temporäre, Aussetzung der Luftverkehrsteuer. Sein Argument? Nur so ließen sich drastische Flugplan-Kürzungen vermeiden. Nach dem sogenannten Kerosin-Gipfel im Bundeswirtschaftsministerium wollte Beisel keine voreiligen Schlüsse ziehen – er nannte das, was bislang beschlossen wurde, bloß einen 'ersten Schritt'. Eigentlich verständlich: Wer drückt sich schon freiwillig um konkrete Hilfen herum, wenn jeden Tag neue Strecken ins Aus rutschen? Die Bundesregierung solle sich sputen, mahnt Beisel an. Und es drängt tatsächlich: Die Lufthansa etwa kündigte an, rund 20.000 Kurzstreckenflüge streichen zu müssen – bis Oktober, umgerechnet 40.000 Tonnen Sprit werden dabei gar nicht erst verbrannt. Der Katalysator für diese Entwicklung: der Ukraine- beziehungsweise Iran-Krieg, der die Preise für Kerosin in eine neue Umlaufbahn geschossen hat – eine Verdopplung binnen kurzer Zeit. Fluglinien geraten dadurch immer stärker ins Straucheln.

Die Forderungen nach staatlicher Unterstützung für Airlines nehmen angesichts der Rohöl- und damit Kerosinpreissteigerungen zu – eine nicht nur für Passagiere spürbare Entwicklung. Tatsächlich berichten verschiedene Luftfahrtunternehmen von finanziellen Engpässen und Kürzungen im Flugplan, die primär auf Kosten der Kunden gehen. Verknappungen der Treibstoffversorgung, politische Unsicherheiten (etwa durch Konflikte im Nahen Osten), aber auch Diskussionen um klimafreundliche Alternativen und die Rolle von Subventionen sorgen für zusätzliche Brisanz. International bleibt umstritten, inwiefern Steuererleichterungen tatsächlich die gewünschte Wirkung erzielen oder eher als kurzfristige Symptombekämpfung dienen. Neuere Artikel auf renommierten Plattformen berichten davon, dass auch andere europäische Airlines und Staaten ähnliche Maßnahmen diskutieren – die Debatte um Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der Branche bleibt intensiv. Weitere Details: Am 13. Juni 2024 diskutierte der Bundestag die möglichen Folgen und Alternativen für eine nachhaltigere Luftfahrt; dabei wurden auch Subventionen und emissionsfreie Antriebe thematisiert. Lufthansa bestätigte steigende Ticketpreise aufgrund der höheren Betriebskosten. Experten befürchten, die kurzfristigen Maßnahmen könnten tiefgreifende Strukturprobleme lediglich überdecken.

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