Sportclub Doku: Hermann "Tiger" Gerland – Die Ära eines Originals endet

Hamburg – Nach über fünfzig Jahren in den Stadien verabschiedet sich Hermann Gerland von der großen Bühne. Die Macher Ole Zeisler und Jonas Hummels zeichnen in ihrer Sportclub-Reportage ein Porträt des Ausnahme-Trainers. Ab sofort ist der Film in der ARD Mediathek zu sehen und läuft am Sonntag, 1. März um 23:40 Uhr im NDR Fernsehen.

heute 10:05 Uhr | 4 mal gelesen

Von der Abwehrkante zum Trainer mit Kultstatus

Mit 71 Jahren sagt der "Tiger" dem Profi-Geschäft adieu, nicht ohne ein wenig Bedauern: "Ach, ich will gar nicht behaupten, dass früher alles besser war – aber dass es eine fantastische Zeit war, das steht außer Frage." Als kämpferischer Verteidiger beim VfL Bochum hat er begonnen; als Mentor, Antreiber und immer auch Taktiker beim FC Bayern München ist Gerland zur Trainerlegende geworden. Viele im Verein, so auch Uli Hoeneß, sehen in ihm einen Garanten dafür, dass statt teurer Transfers die eigenen Talente den Unterschied machten: "Hermann hat uns so viele gute Spieler gebracht, dafür werden wir ewig dankbar sein."

Unbequemer Lehrer, prägende Figuren

Namen wie Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm, Mats Hummels oder Thomas Müller – sie alle lernten bei Gerland Disziplin, Ehrgeiz und manchmal auch den rauen Ton aus dem Ruhrpott. Doch nicht jeder schmiss sich begeistert in sein Trainingsregime. Thomas Müller weiß: „Wer immer gestreichelt werden musste, der war bei Hermann falsch.“ Mats Hummels sieht das ähnlich: "Es gibt Momente, da musst du einfach funktionieren – und das hat er uns beigebracht."

Begegnungen mit Großen der Branche und des Lebens, wie etwa Herbert Grönemeyer, ziehen sich durch sein Wirken. Zu seiner eigenen Beerdigung will Gerland Grönemeyers "Bochum" hören – Ruhrgebietssentiment und ein bisschen Selbstironie inklusive. Grönemeyer charakterisiert ihn als "ehrlich, direkt und mit diesem besonderen Humor, der hier dazugehört." Künftig bleibt Gerland dem Fußball treu, aber ohne Amt – vermutlich mit noch mehr Zeit für schmunzelnde Rückblicke.

Hermann "Tiger" Gerland verlässt die Bühne – eigenwillig, kantig, unverwechselbar. Das ist kein Abschied, sondern so etwas wie der Start in eine andere Rolle. Die Doku von Ole Zeisler und Jonas Hummels: Sonntag, 01.03.26, 23:40 Uhr im NDR; ab 27. Februar auch online in der ARD-Mediathek.

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Quelle: NDR Norddeutscher Rundfunk via news aktuell

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Hermann "Tiger" Gerland blickt auf eine außergewöhnliche Karriere im deutschen Fußball zurück, in der er als Spieler und, noch wirkungsvoller, als Jugendförderer und Co-Trainer Generationen von Fußballgrößen geprägt hat. Sein kompromissloser Stil, der zwischen Fürsorge und Härte schwankte, brachte Talente wie Schweinsteiger, Lahm und Müller hervor und verankerte den rauen, direkten Umgangston des Ruhrgebiets im modernen Profi-Fußball. Nach dem offiziellen Abschied bleibt Gerland dem Fußball auf seine unnachahmliche Weise verbunden, während sein Einfluss auf den FC Bayern und den deutschen Fußball unübersehbar ist. — Seit Redaktionsschluss wurden in mehreren Medien Stimmen aus der Branche laut, die die besondere Integrität und Authentizität Gerlands hervorheben und seinen Ansatz immer noch als Vorbild für die Ausbildung junger Profis sehen. Unter anderem sprach Thomas Müller noch einmal davon, wie sehr ihn Gerlands sehr direkte, manchmal fast altmodische Art geprägt habe. Zeitgleich diskutieren Experten und Fans, ob der deutsche Fußball ohne Persönlichkeiten wie ihn in einen gewissen Einheitsbrei abdriften könnte.

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