Chinas dominante Rolle bei Deutschlands seltenen Erden schrumpft – Importe steigen dennoch

Deutschland hat 2025 mehr seltene Erden eingeführt als im Vorjahr – doch Chinas Anteil daran sinkt.

heute 08:16 Uhr | 2 mal gelesen

Jedes Jahr das gleiche Spiel: Deutschland braucht seltene Erden, und die Nachfrage will einfach nicht abebben. 2025 wurden hierzulande 5.500 Tonnen dieser begehrten Metalle eingeführt, ein Anstieg um fast 5 Prozent im Vergleich zu 2024. Interessant daran: Während die Menge wächst, entwickelt sich der Marktwert noch rasanter – auf satte 77,6 Millionen Euro. Doch der einst uneingeschränkte Schwergewichts-Anteil Chinas bröckelt langsam. Im Jahr 2025 stammten 'nur' noch 55,4 Prozent der Importe aus China (so 'nur', muss man dazusagen, denn vorher waren es über 65 Prozent). Danach folgen Länder wie Österreich und Estland, wobei – und das verkompliziert die Lage zusätzlich – beide eher Drehscheiben für Verarbeitung sind, nicht das ursprüngliche Herkunftsland. 2018 erinnert: Damals wurden mit 9.700 Tonnen fast doppelt so viel importiert, aber zum halben Wert. In der EU zeigt sich ein gemischtes Bild: China bleibt zwar wichtigster Lieferant (fast die Hälfte aller Importe nach Europa!), doch Russland und Malaysia rücken auf. Kurios: Bei bestimmten Metallen, etwa Lanthan, hält China weiterhin fast ein Monopol mit über 97 Prozent des EU-Imports. Manchmal frage ich mich, ob wir vielleicht ein bisschen abhängig geworden sind...

2025 verzeichnete Deutschland einen erneuten Anstieg beim Import seltener Erden. Der Anteil Chinas als Hauptexporteur dieser Rohstoffe nimmt jedoch leicht ab – gleichzeitig steigen die Ausgaben für Importe, ebenso wie die allgemeine Nachfrage im europäischen Raum. Obwohl Deutschland und die EU alternative Bezugsländer (wie Österreich, Estland, Russland und Malaysia) einbinden, bleibt Peking bei einzelnen Spezialmetallen – etwa Lanthan – der unverzichtbare Lieferant. Der Rückgang von Chinas Marktmacht ist also relativ: Bei den wichtigsten Seltenerdverbindungen dominiert China weiter und diktiert de facto die Lieferkette. In aktuellen Artikeln großer deutscher Medien wird zudem vielfach auf die geopolitische Brisanz hingewiesen: Abhängigkeiten, Exportbeschränkungen Pekings, Lieferkettenrisiken und die Suche nach neuen Abbauquellen in Afrika oder Skandinavien bestimmen die politische wie wirtschaftliche Debatte. Ein weiteres Thema: Die Rolle von Recycling und technologische Innovationen, die helfen könnten, Europas Versorgungssicherheit bei kritischen Rohstoffen langfristig auszubauen.

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