Stephan Osten, seines Zeichens Vizechef des Bundesverbands, äußerte sich gegenüber der 'Rheinischen Post' besorgt: Gerade Kinder und Jugendliche mit ADHS benötigen oftmals Betreuungsgrade – häufig Stufe 1, manchmal 2 und in Ausnahmefällen sogar 3. Eltern sind mit vielfältigen Anforderungen konfrontiert, die nicht nur Zeit, sondern eben auch Geld kosten. ADHS-Kinder brauchen intensive Betreuung, häufig zusätzliche Unterstützung durch Sport und Bewegung, was Vereinsmitgliedschaften und andere Angebote erforderlich macht. Das summiert sich. Wer sich mal genauer die monatlichen Kosten anschaut, versteht schnell, warum viele Familien auf finanzielle Entlastung angewiesen sind. Osten wirft daher die Frage auf: Ist nicht gerade bei ADHS der Pflegegrad als Instrument für mehr Chancengleichheit zentral?
Gesundheitsministerin Warken verweist jedoch auf eine wachsende Zahl von Pflegegrad-Zuteilungen – auch und gerade bei Gruppen, die man anfangs nicht im Blick hatte. Beispielsweise ADHS-Kinder, die jetzt vermehrt als pflegebedürftig gelten. Das war so eigentlich nicht geplant, wie sie in der 'Rheinischen Post' durchblicken lässt. Es bleibt also eine brisante Debatte, in der Zahlen und persönliche Schicksale gleichermaßen zur Sprache kommen – und die Unsicherheit, was sich ändern könnte.
Die Diskussion über den möglichen Ausschluss von ADHS-betroffenen Kindern und Jugendlichen von Pflegeleistungen sorgt weiterhin für intensive Debatten. Gerade Familien mit ADHS-Kindern sind laut Experten wie Stephan Osten auf diese Unterstützung angewiesen, weil der alltägliche Mehraufwand – sei es durch Beaufsichtigung, häusliche Betreuung oder besondere Freizeitaktivitäten – enorme Belastungen bedeuten kann. Obwohl die Zunahme von Pflegegrad-Einstufungen auch Misstrauen auslöst und nach politischer Steuerung ruft, bestätigen mehrere Studien in Deutschland, dass Kinder mit ADHS häufig Nachteile in sozialer Teilhabe und Bildung erfahren, weshalb Unterstützungsmaßnahmen von Fachleuten als unverzichtbar gelten.