Mit ordentlich Tempo und nicht wenig Dramatik raste der Rodelzirkus am Wochenende auf dem legendären Olympia Bob Run von St. Moritz – Celerina Richtung Saisonschlussstrich. Bei den Doppeln sind die Würfel bereits gefallen: Selina Egle und Lara Kipp aus Österreich, ebenso wie das deutsche Topduo Tobias Wendl und Tobias Arlt, haben ihre Kristallkugeln längst im Gepäck. Fast könnte man meinen, die Spannung sei verpufft, aber falsch gedacht.
Im Herren-Einsitzer dominiert Felix Loch das Klassement und zeigte mit Platz zwei Nervenstärke. Trotzdem war es Max Langenhan, der seine fast schon leidenschaftliche Durststrecke beendete – nach langer Wartezeit jubelte er über seinen ersten Saisonsieg. Ein Zitat, das ins Ohr bleibt: „Heute hat’s richtig Spaß gemacht.“ Ob er Loch noch abfangen kann? Kaum, aber der Sport hat schon Schrullen gezeigt.
Julia Taubitz hingegen zauberte bei den Damen mit einer taktischen Glanzleistung: Nach verpatztem Auftaktlauf drehte sie mächtig auf und sicherte sich den Sieg. „Ehrlich, schien fast alles schiefzulaufen, aber irgendwie habe ich den Schlitten gefangen“, ließ Taubitz durchblicken – sinnbildlich für ihren Kampfgeist. Ihr stehen jetzt alle Türen offen, um den Gesamtcup ins heimische Regal zu stellen.
Erwähnenswert ist der österreichische Kurzauftritt von Jonas Müller, der wegen seines verpassten Finalstarts kaum mehr Chancen auf den Cupsieg hat – so viel zu Planbarkeit im Sport. Bei den Damen im Doppel jubelten Italiens Olympiasiegerinnen Andrea Vötter und Marion Oberhofer, während Egle/Kipp trotz dem kleinen Patzer in St. Moritz auf dem Gesamttreppchen nicht mehr einzuholen sind.
Alles schaut nun auf das Saisonfinale in Altenberg – das Rodeln bleibt also, zumindest für ein letztes Wochenende, noch ein Spiel der Möglichkeiten.
Der Rodelweltcup biegt auf die Zielgerade ein: In St. Moritz sicherten sich Egle/Kipp sowie Wendl/Arlt bereits vorzeitig die Gesamttitel der Doppelklassen. Bei den Einsitzern konnten Felix Loch und Julia Taubitz durch starke Leistungen ihre Vorsprünge ausbauen und stehen vor dem Gesamtweltcuptriumph, wobei nur noch Außenseiterchancen für die letzten Verfolger verbleiben. Im Internet spiegeln zahlreiche Berichte die Dominanz der deutschen und österreichischen Athletinnen und Athleten wider – der Fokus liegt nun auf dem bevorstehenden Showdown in Altenberg. Die einschlägigen Nachrichtenportale hoben dabei besonders die kämpferischen Leistungen von Taubitz und Langenhan hervor, deren Saison durch mentale Stärke und Aufholjagden geprägt wurde. Zugleich wird die Zementierung der Doppelsieger als Hinweis auf technische Überlegenheit und Teamgeist der jeweiligen Nationen interpretiert. In sportlichen Analysen wurde teils kritisch angemerkt, dass das Reglement mit Blick auf die Ausscheidung von Jonas Müller für zusätzliche Brisanz, aber auch Unmut sorgt. Das Finale in Altenberg verspricht, spannend zu werden – wer Nerven behält, kann Geschichte schreiben.