Naturnahe Erlebnisse – Wie Zoos Hoffnung für bedrohte Arten bieten

Einige Tiere, wie der Spix-Ara oder die Mendesantilope, verdanken ihr Überleben der engagierten Arbeit moderner Zoos – manchmal gibt es in Gefangenschaft sogar mehr Individuen als in ihrem eigentlichen Lebensraum. Zoologische Gärten werden so zur letzten Bastion für bedrohte Arten und zeigen, wie wichtig intelligente Zucht, Forschung und Auswilderung sind. Dank solcher Bemühungen existieren Spezies wie die Arabische Oryx oder die Soccorotaube heute überhaupt noch.

heute 10:22 Uhr | 2 mal gelesen

Der 3. März markiert den Welttag der biologischen Vielfalt – ein Anlass, innezuhalten und in Frage zu stellen, wie es um das Artenreich unseres Planeten steht. Still und fast unbemerkt schwindet die Vielfalt, während Störungen der Ökosysteme schleichend unsere natürlichen Lebensgrundlagen bedrohen: Wasser, Nahrung, ein halbwegs stabiles Klima. Was muss also passieren, damit Artenreichtum überhaupt eine Chance hat? Immer wieder rückt dabei eine altbekannte Lösung in den Fokus: Nähe schaffen. 'Menschen verlieren den Bezug zur Natur, besonders in urbanen Räumen', bemerkt Volker Homes, Geschäftsführer des Zooverbandes. Ohne echte Begegnung bleibt die Natur abstrakt, vielleicht sogar bedrohlich – diese Distanz kann sich zu Gleichgültigkeit oder, wie es Forscher nennen, Biophobie auswachsen. Zoologische Gärten brechen diesen Bann auf überraschend bodenständige Weise: Sie bieten Begegnungen, Momente zum Staunen – oftmals zum ersten Mal im Leben. Jährlich kommen mehr als 42 Millionen Menschen durch die Pforten der 71 VdZ-Mitgliedszoos, davon tausende Kinder, die lernen, dass echtes Erleben durch kein Bild zu ersetzen ist. Rund 1,2 Millionen Besucher nutzen die spezielle Pädagogik, die in mehr als 170.000 Angeboten bereitsteht – eine riesige Leistungsshow, an der niemand einfach vorbeigehen sollte. Wer denkt, ein Zoo sei bloß Ausstellungsfläche, irrt: Über 140 Zuchtprojekte, jährlich Auswilderungen von rund 500 Wirbeltieren und Beteiligungen an über 150 Naturschutzinitiativen weltweit zeigen, wie weit die Verantwortung reicht. Mehr als 50 Millionen Euro flossen in den letzten fünf Jahren allein in diese Projekte – viel Geld, gewiss, aber der Verlust jeder Art wiegt weit schwerer. Interessant, dass nach wie vor über 90 Prozent der Deutschen diesem Engagement zustimmen, wie Umfragen zeigen. Vielleicht, weil Artenschutz längst mehr als ein Luxusproblem ist? Übrigens, auch 2026 öffnen die Zoos wieder ihre Türen: Für alle, die erleben wollen, was noch zu retten ist und was das alles mit uns zu tun hat.

Zoos sind längst mehr als Orte zur Schau von Tieren – sie stützen mit ausgeklügelten Zuchtprogrammen die Biodiversität, sorgen für Nachzuchten seltener Arten und bringen Menschen jeden Alters das Wunder der Natur näher. Schließlich gehen darüber hinaus Projekte und Investitionen in Naturschutz weit über die Gehege hinaus. Laut aktuellen Medienberichten nimmt die Bedeutung der Zoos im Kampf gegen den Artenschwund zu – und immer mehr wissenschaftliche Arbeiten würdigen diese Einrichtungen als unverzichtbare Partner beim Schutz der Ökosysteme. Ergänzend bestätigen neue Studien und Artikel, dass die Wiederansiedlungen durch Zoos in Europa wachsen; gleichzeitig führt die Klimakrise zu einer verstärkten Nachfrage nach partizipativen Naturerfahrungen, wie Zoos sie bieten (siehe FAZ, taz, Spiegel). Zusätzlich wurde in den letzten zwei Tagen in mehreren Berichten herausgestellt, dass Zoos angesichts kriegsbedingter Zerstörungen in Herkunftsländern bestimmter Arten zum „lebenden Archiv“ werden. Und: Kritische Stimmen weisen darauf hin, dass der Spagat zwischen Erlebnispark und wissenschaftlicher Institution für Zoos laufend neue Herausforderungen bedeutet.

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