Am Freitag ließ die GfK verlauten, dass Electric Callboy mit 'Tanzneid' nun schon zum zweiten Mal ganz oben im deutschen Musik-Ranking stehen. Bereits ihr Vorgänger 'Tekkno' schaffte 2022 dieses Kunststück – und das Debakel in Castrop-Rauxel dürfte jetzt nochmal größer sein. Auffällig: Die Südkoreaner von Stray Kids setzen ihre beeindruckende Erfolgsgeschichte fort, jedes Release seit 2023 schafft es in die Top 3 – dieses Mal mit 'This & That' auf Rang zwei. Dahinter: Juju, die Rapperin, mit '44 ME', dicht gefolgt von Aschkobar & Asche mit ihrem 'Feind von Jedem LP'. In den Singlecharts gibt’s kein Wackeln an der Spitze: Shakira & Burna Boy stehen weiter unangefochten ganz oben mit 'Dai Dai'. Danach folgen Hugel, Imael Angel & Ultra Naté mit 'Movin’ To The Sun' und Summer Cem & Billa Joe mit 'Killy Manjaro'. Bemerkenswert ist der Neueinstieg von Tame Impala auf Platz 40 mit 'Loser' und dass Stray Kids auch bei den Singles mitmischen – Platz 48. Die deutschen Charts, für die GfK Entertainment im Namen des Musikindustrie-Verbands verantwortlich ist, bilden etwa 90 Prozent des tatsächlichen Musikmarkts ab – laut, bunt, und meistens ziemlich aktuell. Ein bisschen wie das Leben, möchte man sagen.
Electric Callboy zeigt mit ihrem neuen Werk, dass ihr Genre-Mix aus Metalcore und Trance noch immer massentauglich und überraschend eingängig ist. Die dominierende Präsenz internationaler Acts wie Stray Kids sowie die anhaltende Popularität von Künstlerinnen wie Juju offenbaren, wie vielfältig und schnelllebig der deutsche Musikmarkt geworden ist. Gerade weil Streaming und digitale Verkäufe in die GfK-Charts einfließen, spiegeln diese Rankings ziemlich treffsicher die aktuellen Hörgewohnheiten wider – wobei große Überraschungen heutzutage eher die Ausnahme sind. Neu in vielen Berichten ist, dass Electric Callboy zunehmend auch im englischsprachigen Ausland an Popularität gewinnt, was vermutlich auch Interpreten wie Shakira & Burna Boy zu ihren anhaltenden Top-Platzierungen inspiriert. Streaming-Zahlen spielen weiterhin eine immer größere Rolle, sodass internationale Acts wie Stray Kids kontinuierlich Sichtbarkeit in Deutschland bekommen. Weiterhin wichtig: Die Chart-Erhebungen werden regelmäßig an neue Hörpraktiken angepasst, zuletzt etwa was den Einfluss von TikTok und Viral-Trends anbelangt.