Hagel: Grüne am Zug für neue Regierung in Baden-Württemberg

Nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg räumt CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel den Grünen die Initiative zum Start der Koalitionsgespräche ein. "Die Aufgabe liegt jetzt eindeutig bei ihnen", betonte Hagel am Sonntagabend in der ARD.

08.03.26 19:59 Uhr | 12 mal gelesen

Die Verantwortung läge jetzt, so Hagel mit einer durchaus sportlichen Metapher, klar auf der Seite der Grünen – quasi deren Anstoß. Für die CDU bedeute das erstmal innehalten: Im Landesvorstand und in der Fraktion will man sich die nächsten Tage erst einmal sortieren, beraten und vielleicht auch durchatmen. Mit Postenschacher oder gar persönlichen Ambitionen – wie etwa einem möglichen Vize-Ministerpräsidentenamt – wolle er sich noch nicht beschäftigen, stellte Hagel klar. Laut ARD und ZDF-Hochrechnungen konnten die Grünen rund 31,4 Prozent der Stimmen erringen und sich damit leicht von der CDU mit 29,8 Prozent absetzen. Grünen-Spitzenmann Cem Özdemir steuere damit auf das Amt des Ministerpräsidenten zu, falls die grün-schwarze Koalition weitergeführt wird. Die rechnerische Möglichkeit eines Bündnisses zwischen CDU und AfD – letztere landete bei beachtlichen 18,2 Prozent – schließt die CDU allerdings kategorisch aus. Richtig bitter verlief der Wahltag für die SPD, die auf gerade mal 5,5 Prozent abstürzt. Auch FDP und Linke drehen sich mit identischem Ergebnis von 4,4 Prozent gemeinsam an der Türschwelle zum Landtag vorbei.

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg hat die Grünen mit etwa 31,4 Prozent zur stärksten Kraft gemacht, während die CDU knapp dahinter folgt. CDU-Kandidat Hagel nimmt die Wahlergebnisse sportlich und lässt den Grünen die Führung bei den Koalitionsgesprächen, eigene Machtansprüche stellt er zurück. Das politische Spielfeld ist dabei durchaus spannend, denn eine rechnerische Mehrheit zwischen CDU und AfD bleibt wegen christdemokratischer Absage ebenso unrealistisch wie eine Rückkehr von FDP oder Linken, die beide nicht ins Landesparlament einzogen. Recherchen zeigen: Die Wahlbeteiligung lag laut verschiedenen Medien bei knapp 68 Prozent – ein Rückgang im Vergleich zu 2021 (damals rund 70 Prozent). Mehrere Zeitungen heben hervor, dass der Wahlkampf geprägt war von Themen wie Klimaschutz (besonders Windkraft), dem Umgang mit der AfD und der Frage nach der Zukunft des Automobilstandorts. Einigen Bürger:innen fehlte es an überzeugenden neuen Ideen, viele Stimmen gingen aus Protest oder Gewohnheit an alte Parteien.

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