Henning Höne: Breiter Liberalismus – Neue Töne aus der FDP-Spitze

Henning Höne, der Vorsitzende der FDP in Nordrhein-Westfalen, präsentiert sich im parteiinternen Wettstreit gegen Vize Wolfgang Kubicki mit einer Vision für eine vielseitiger aufgestellte FDP – und kündigt einen anderen Führungsstil an. Sein Ziel: Die Partei solle Wirtschaftsliberale ebenso beheimaten wie Bürgerrechtsengagierte.

heute 00:02 Uhr | 2 mal gelesen

Ein rhetorischer Spagat, aber offenbar gewollt: "Ich strebe eine Partei an, die alle Varianten des Liberalismus unter einem Dach versammelt", betont Höne in der 'Rheinischen Post'. Dabei gehe es ihm nicht bloß um das Antippen aller Themenfelder, sondern um einen Geist der Verbindung: Wirtschaft und Freiheit, Aufstieg und Bürgerrechte, das sei kein Widerspruch, sondern im besten Fall Ergänzung. Er setzt auf ein Führungsstil, der auf Zusammenführen statt Polarisieren baut. Und – ganz praktisch gedacht – will er die liberale Erzählung so herunterbrechen, dass auch der berühmte 'Durchschnittsbürger' etwas damit anfangen kann. Seine Idee: Am Beispiel einer neuen Aufstiegschance solle das Bild des Liberalismus wieder mit Leben gefüllt werden. Im Hinblick auf die dringendste Alltagsfrage – die steigenden Spritpreise – gibt sich Höne sehr konkret. Die sogenannte "Einmal-am-Tag-Regel" bei der Spritpreisfestsetzung hält er für einen Schuss ins eigene Bein, da sie zur Mittagszeit zu deutlichen Preissprüngen führe. Und dann folgt eine Schippe Polemik: Bundeskanzler Merz, SPD-Vize Klingbeil und CSU-Chef Söder, so behauptet er zugespitzt, sorgten "jeden Mittag für eine staatliche Preiserhöhung". Seine Forderung ist so simpel wie provokant: Diese Regel müsse sofort verschwinden.

Henning Höne fordert für die FDP eine inhaltlich breit aufgestellte Erneuerung und möchte unterschiedliche Strömungen des Liberalismus zusammenführen. Dabei plädiert er insbesondere für einen konstruktiven Umgangsstil innerhalb der Partei, um Spaltung zu vermeiden – ein klarer Seitenhieb auf die aktuelle Fokussierung auf Einzelthemen und Personaldebatten. Neues bietet auch sein Ansatz in der Preispolitik: Die von ihm adressierte 'Einmal-am-Tag-Regel' bei Spritpreisen ist aktuell in der politischen Diskussion hoch umstritten, da sie augenscheinlich mehr schadet als nützt. In aktuellen Berichten wird noch deutlicher, dass es innerhalb der FDP an verschiedenen Fronten rumort: Parteivize Kubicki lässt eine Kandidatur für den Vorsitz zumindest offen, während Landeschef Höne die Partei mit einer inhaltlichen Breite und einer Verständlichkeit ansprechen will, die übers Alltägliche hinausgeht. Dazu kommen wachsende Zweifel an der Wirksamkeit kartellrechtlicher Regelungen gegen hohe Kraftstoffpreise, was auch in der Ampel-Koalition zu Diskussionen über die künftige Ausrichtung der Wirtschaftspolitik führt. Nach außen wirkt die FDP angespannt, wobei eine breite programmatische Aufstellung von Teilen der Basis gefordert wird, aber noch kein Konsens über den richtigen Kurs gefunden ist.

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