Andreas Stoch tritt nach SPD-Desaster in Baden-Württemberg ab

Nach dem dramatischen Absturz der SPD bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg zieht Spitzenkandidat Andreas Stoch die Konsequenzen und kündigt seinen baldigen Rücktritt als Landes- und Fraktionsvorsitzender an.

08.03.26 18:59 Uhr | 9 mal gelesen

Direkt am Wahlabend ließ Andreas Stoch, der bisherige Chef der SPD Baden-Württemberg, die Bombe platzen: Er werde seine Posten als Fraktions- und Landesvorsitzender räumen – ausgerechnet nach einem äußerst ernüchternden Wahlergebnis. Laut den ersten Hochrechnungen von ARD und ZDF rammt die SPD mit 5,5 Prozent auf ein historisches Tief. Die Grünen – irgendwo zwischen euphorischer Bestätigung und routiniertem Lächeln – führen deutlich mit leicht über 31 Prozent, dicht gefolgt von der CDU (29,8%). Was das für Regierungsoptionen bedeutet? Nun, eine Fortsetzung der grün-schwarzen Koalition unter Führung eines wohl selbstbewussteren Ministerpräsidenten Özdemir scheint beinahe gesetzt. Bei den Christdemokraten gibt es offenkundig keinerlei Andeutungen, es mit der AfD (17,8%) zu versuchen – man betont mehrfach, dass das keine Option ist. Kurios am Rande: FDP und Linke segeln mit jeweils nur 4,5 Prozent an der parlamentarischen Hürde vorbei. Irgendwie wirkte der Wahlabend wie ein Déjà-vu aus alten Krisenzeiten der Sozialdemokraten – mit Stochs Rückzug geht definitiv eine Ära zu Ende, auch wenn es eine eher undankbare Kindheit für die SPD war.

Der Rückzug von Andreas Stoch als SPD-Landes- und Fraktionschef ist ein direktes Signal auf die dramatische Niederlage – mit gerade einmal 5,5 Prozent bleibt die SPD weit hinter Erwartungen zurück. Die Grünen fahren einen klaren Sieg ein und werden wohl erneut mit der CDU eine Koalition bilden. In anderen Medienberichten ist von einer tiefen Identitätskrise der SPD die Rede, die Partei wirkt von ihrer früheren Stärke weit entfernt, während sich das rechte und grüne Lager immer stärker als die neuen Pole der Landespolitik etablieren. Aktuelle Recherche: Expert:innen mein(t)en in Analysen, dass die SPD nicht nur im Bund, sondern auch in Südwestdeutschland kaum noch Themen setzt, die junge Wähler:innen oder progressive Kräfte ins Boot holen. In Interviews spricht Stoch von einer „Zäsur“ und fordert eine grundsätzliche Neuausrichtung der Partei, während andere prominente Genoss:innen bereits eine Neuaufstellung der gesamten Landespolitik diskutieren.

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