Deutsche Unternehmen setzen verstärkt auf Entlassungen – Beschäftigungsklima trübt sich ein

Im April hat sich das Klima am deutschen Arbeitsmarkt weiter verschlechtert – mehr Betriebe setzen auf Stellenabbau. Das aktuelle Ifo-Beschäftigungsbarometer zeigt: Neueinstellungen bleiben Mangelware.

heute 14:55 Uhr | 3 mal gelesen

Im April ist der Wert des Ifo-Beschäftigungsbarometers auf 91,3 gefallen – das ist der niedrigste Stand seit Ende 2025 und ein deutliches Warnsignal. Laut Klaus Wohlrabe vom Ifo-Institut zieht der Druck am Arbeitsmarkt spürbar an. Viele Betriebe streichen aktuell Arbeitsplätze, während Neueinstellungen fast gar nicht stattfinden. Besonders gravierend ist der Rückgang in der Industrie: Dort ist das Beschäftigungsbarometer sogar um 20 Punkte gesunken. Auch im Handel sieht es düster aus. Dienstleister kommen bislang noch glimpflicher davon und auf den Baustellen scheint sich immerhin die Lage nicht weiter zu verschlechtert zu haben. Interessanterweise buckelt nur in bestimmten, spezialisierten Bereichen wie bei Juristen, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern die Personallage nach oben – sie melden ein deutliches Plus an Einstellungen. Wohlrabe sieht kaum Hoffnung auf Besserung, solange die allgemeine Unsicherheit anhält. Beschäftigte und Jobsuchende müssen sich damit abfinden, dass der Wind rauer geworden ist. Es bleibt abzuwarten, wie die Unternehmen in den kommenden Monaten reagieren – und ob sich der Trend womöglich noch verschärft.

Im Kern verdeutlicht der aktuelle Ifo-Indikator, dass der deutsche Arbeitsmarkt immer stärker unter Druck gerät: Vor allem in Industrie und Handel werden deutlich Stellen gestrichen, während die Einstellungsbereitschaft weiterhin schwach bleibt. Treiber dieser Entwicklung sind anhaltende Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung, gestiegene Kosten und schleppende Nachfrage. Nicht nur laut dem Ifo-Institut äußern sich viele Unternehmen zurückhaltend bezüglich neuer Arbeitskräfte – auch andere Analysen, etwa vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, weisen darauf hin, dass viele Beschäftigte bei Jobwechseln mit längerer Arbeitssuche rechnen müssen. Gleichzeitig warnen Experten, dass der Mangel an Planungssicherheit nicht nur kurzfristig für eine gedämpfte Beschäftigung sorgt, sondern auch mittel- bis langfristig die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit hemmen kann. Auch steigen durch die schwierigen Zeiten Risiken sozialer Verwerfungen und Unsicherheit – dies wird durch die steigenden Zahlen an arbeitslosen oder befristet beschäftigten Personen zusätzlich bestätigt.

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