Wer in den letzten Tagen an deutsche Zapfsäulen gefahren ist, konnte zwar leichte Erleichterung beim Bezahlen verspüren – aber das ganze Ausmaß der versprochenen Steuersenkung wurde wohl nicht weitergereicht. Laut aktuellen Zahlen des Ifo-Instituts wurden bei Diesel in den ersten drei Tagen nach Einführung des Tankrabatts im Schnitt magere 4 Cent von den möglichen 17 Cent Ersparnis pro Liter tatsächlich an die Verbraucher weitergegeben. Beim Superbenzin sieht es mit 12 Cent von 17 immerhin etwas besser aus. Das ist, ehrlich gesagt, nicht ganz das, was viele sich von dem Vorhaben erhofft hatten. Interessant ist der Hinweis der Forscher, dass gerade beim Diesel wohl auch noch Steueranteile auf altem Bestandskraftstoff ruhen könnten – sozusagen eine Art Verzögerungseffekt. Doch losgelöst davon bleibt Kritik: Die Subvention kommt laut Ifo wenig gezielt an, da Besserverdienende schlicht mehr tanken. Außerdem – und das kann man kaum schönreden – trägt die Maßnahme kaum zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs bei. Vielleicht braucht es da einen grundsätzlich anderen Impuls, als immer nur an einzelnen Stellschrauben zu drehen.
Das Ifo-Institut hat herausgefunden, dass der Tankrabatt der Bundesregierung bei den Verbrauchern nur eingeschränkt ankam. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Einerseits wurde mutmaßlich noch nicht vollständig auf den neuen, reduzierten Steuersatz umgeschwenkt (gerade bei Diesel), andererseits behalten die Tankstellenbetreiber offenbar einen Teil des Rabatts ein. Vor allem aber kritisieren die Ifo-Forscher, dass der Tankrabatt sozial wenig zielgerichtet ist, da Viel- und Besserverdiener am stärksten profitieren. Seitdem die Ergebnisse veröffentlicht wurden, häufen sich auch in Medien wie der "Süddeutschen Zeitung" und "FAZ" die Stimmen, die die Effektivität und Fairness solcher Entlastungsmaßnahmen grundsätzlich infrage stellen. Zusätzliche Einordnungen finden sich derzeit in Politik und Wirtschaft, die auf die Gefahr einer verfehlten Vermittlung politischer Absichten an die Bevölkerung hinweisen; der Tankrabatt könnte so zwar an der Oberfläche kurzfristig helfen, strategisch jedoch nur begrenzt sinnvoll sein.