Wer einmal in Köln oder Regensburg zur Hauptsaison am Fluss entlangspaziert ist, weiß: Diese majestätisch gleitenden Flusschiffe, mit ihren schnittigen weißen Rümpfen, ziehen nicht nur die Blicke auf sich. Besonders Gäste aus Asien und Amerika lieben die entschleunigte Route von Stadt zu Stadt. Es geht auch ums Geschäft, ganz banal: Zwischenstopp – kurz raus – Foto, Kaffee, vielleicht ein Souvenir oder sogar ein Edelrestaurantbesuch. Kaum jemand scheint über diese „Kreuzfahrerei light“ zu schimpfen, zu wichtig ist den Städten am Rhein, an der Donau, der Elbe der Besuch der meist zahlungskräftigen Touristen. Karliczek fordert daher: Ohne verlässliche Wasserstände, ohne stabile Infrastruktur verlieren wir mehr als ein paar Schiffstouren – es geht ums Auskommen ganzer Regionen. Investiert werden müsse, so deutlich sagt sie das, auch wenn andere vielleicht lieber sparen wollten. Schließlich sind laut Deutschem Reiseverband in den letzten Jahren die Passagierzahlen nochmals merklich gestiegen – die Branche ist auf gutem Kurs. Bleibt nur: Wer übernimmt das Ruder, wenn das Wasser fehlt? Manchmal hat sogar die Romantik Konkurrenz durch den Pegelstand.
Der Niedrigwasser-Trend auf deutschen Flüssen bringt ernsthafte wirtschaftliche Konsequenzen für den Kreuzfahrttourismus mit sich. Die Bedeutung internationaler Besuchergruppen – vor allem aus Asien – für lokale Wirtschaftskreisläufe ist kaum zu überschätzen, denn sie sichern Arbeitsplätze und Umsätze von Gastronomie über Einzelhandel bis hin zu kulturellen Einrichtungen. Neue Recherchen zeigen zudem: Die Wasserpegel einiger Flüsse stagnierten in diesem Jahr auf besonders kritischem Niveau, was nicht nur die Schifffahrt, sondern auch Umwelt und Anwohner vor neue Herausforderungen stellt; moderne, nachhaltige Infrastrukturmaßnahmen und verstärkte staatliche Förderung werden bereits öffentlich debattiert und geraten zunehmend ins Zentrum der politischen Agenda.